Der 2006 entlarvte und disqualifizierte Sieger behauptet: "Die Spitzenfahrer spritzen sich nach jeder Etappe Epo"

Tour de Razzia? Doper Floyd Landis gibt der Polizei gute Tipps!

Andreas Lorenz
Lesezeit 2 Min

Rotterdam - Morgen beginnt die Tour de France, diesmal in Rotterdam, und wieder einmal mit einem dicken Dopingschatten über dem Peleton. Punktgenau zum Start der Frankreich-Rundfahrt packt der 2006 überführte und disqualifizierte Sieger Floyd Landis noch mal aus, gibt den Dopingjägern gute Tipps.Landis (34) erklärte dem US-Magazin "Sports Illustrated", wie geübte Doper unbeschadet durch alle Urin- und Blutproben kommen. Das Ganze beginnt mit dem Wundermittel der Radsport-Branche, das jeder Fan aus dem "Fall Fuentes" und durch die Blutbeutel von Jan Ullrich kennt: Doping durch Eigenblut.Das Problem bei den leistungssteigernden Rück-Transfusionen: Ein Blutwert (Retikulozyten) sinkt dramatisch ab, weil der Körper ja selbst keine neuen roten Blutkörperchen mehr bilden muss.Dagegen hilft, so verrückt ist die perverse Dopingwelt, eine tägliche Dosis des Blutdopingmittels Epo. Leistung und (!) Blutwerte steigen sofort.Und, so Landis: "Wenn man sich täglich nur eine Miniration direkt in die Venen spritzt, ist das Epo so schnell abgebaut, dass die Tester es nicht mehr nachweisen können." Dazu, so Landis, liefern Top-Teams die medizinische Logistik für ihre Spritzensportler. Bluttest-Geräte der modernsten Art, Zentrifugen und sogar Mikroskope, mit denen in Blutproben die Retikulozyten ausgezählt werden können. Wenn das stimmt, muss es in Teamhotels zugehen wie im Labor von Dr. Frankenstein.Ein Dopingfahnder, der über die Landis-Aussagen informiert wurde, jubelte: "Jetzt wird es viel einfacher, die Betrüger zu überführen." Wenn der Kampf gegen das Doping wirklich ernst genommen wird, könnte die diesjährige Tour de France zur Tour de Razzia werden.Dopingproben mitten in der Nacht, Durchsuchungen ganzer Hotels, um die Zimmer mit den Bluttestgeräten zu finden, noch mehr Kontrollen der Teammitarbeiter, die laut Landis die Dopingmittel transportieren - dem Radsport drohen wieder mal gnadenlose Wochen.------------------------------

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