Meine Dschungelkönigin steht jetzt schon fest. Es ist Sarah "Dingenskirchen" - auch wenn Sie gerade beim Lesen noch so sehr mit dem Kopf schaukeln und denken "jetzt spinnt die Moschner komplett". Aber mal ehrlich. Hätte die beliebteste TV-Sendung, seit Harald Schmidt das Wort Unterschichtenfernsehen erschuf, auch ohne Model-Zicklein Sarah fast neun Millionen Zuschauer vor die Bildschirme gelockt? Nein. Denn Zicken machen das Leben bunter. Das sieht man schon alleine an unserer Hauptstadt, die für mich ja DIE Zicke unter Deutschlands Städten darstellt. Spannend, schön und eigensinnig. Zicken, egal ob nun Stadt, Land, Fluss oder Sarah besitzen neben außergewöhnlichem Aussehen auch meist eine derartig eigene Meinung, die beim Umfeld eben oft Sodbrennen hervorruft. In Berlin nennt sich das S-Bahnfahren, im Dschungel ist es die Prüfungsverweigerung oder die tausend anderen Dinge, die eben nicht so liefen, wie die Gruppe es sich so ausgemalt hatte. Als harmoniesüchtiger Kuschelmensch hat man dann nur zwei Möglichkeiten: entweder man weiß, dass manche Menschen anders sind und die Bahn niemals pünktlich und zeigt Toleranz oder man wird ebenfalls zickig. Bei letzterer Reaktion verbraucht man jedoch viel mehr Energie und Kraft, bevor man einsehen muss, dass ein Anti-Held grundsätzlich die dickeren Eier hat. Selbst, wenn es sich hierbei um eine junge Frau mit langem blonden Haar handelt. Dabei war die Rollenverteilung nicht von Anfang an klar abzusehen, schließlich können auch gewisse Männer das Zicken-Gen in sich tragen. Leichte Anzeichen dafür gab es bereits, ein richtig tierisches Coming-out sieht natürlich anders aus. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.------------------------------Schauspielerin und TV-Moderatorin Ruth Moschner schreibt jeden Freitag im Berliner KURIER
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