Feuerwehr-Demo

Advent, Advent, die Tonne brennt

Berliner Feuerwehrleute sind es leid. Zustände bei Lebensrettung katastrophal.

Florian Thalmann Andreas Kopietz
Lesezeit 3 Min
Demo an der Tonne: Berlins Feuerwehrleute stehen ab jetzt wieder jeden Freitag am Roten Rathaus, um gegen die Zustände im Rettungsdienst zu protestieren.

Demo an der Tonne: Berlins Feuerwehrleute stehen ab jetzt wieder jeden Freitag am Roten Rathaus, um gegen die Zustände im Rettungsdienst zu protestieren.

© Sabine Gudath

Mehr als fünf Wochen protestierten Berlins Feuerwehrleute im März und April vor dem Roten Rathaus – nun brennt ihre Feuer-Tonne erneut! „An den Problemen, um die es damals ging, hat sich noch immer nichts geändert“, sagt Hauptbrandmeister Peter Henning (53). Es geht um Personal- und Geldmangel, um kaputte Fahrzeuge, um marode Wachen. „Wir sind in Berlin 150 Feuerwehrleute, von denen durch Krankheit nur 100 da sind. Mit den Kollegen fahren wir 80 Einsätze pro Tag“, sagt er.

Keine echten Notfälle

Henning und seine Kollegen fordern die Abschaffung des Standardisierten Notrufabfrageprotokolls (SNAP) – es hat zur Folge, dass die Feuerwehr oft auch bei lapidaren Fällen alarmiert wird. „Wir fahren zu Leuten, denen ein Nagel abgebrochen ist“, sagt Henning.

Ein anderer Kritikpunkt: Aufgrund der Dichte der Einsätze gibt es keine Gelegenheit mehr, die Rettungswagen der Grundreinigung zuzuführen. „Wenn in Berlin eine Seuche ausbricht, brauchen wir für die Ausbreitung keine S-Bahnen – das machen wir selbst“, sagt er. „Solche Dinge bringen die Sicherheit der Berliner in Gefahr.“

Wunsch nach besserer Technik und Ausrüstung

Auch Feuerwehrmann Stephan Spangenberg (44) kennt die Probleme. Er wünscht sich neben mehr Personal vor allem bessere Technik und Ausrüstung und funktionierende Autos. „Unsere Freiwillige Feuerwehr in Tegel musste jetzt ihr Einsatzfahrzeug abgeben, weil es anderswo gebraucht wurde. Der Senat hat gespart und jetzt haben wir solche Probleme.“
Jeden Freitag soll die Feuertonne zwischen 16 und 22 Uhr brennen, „bis sich was ändert“, sagt Hauptbrandmeister Erik Herwot (47). „Wir hoffen auf Unterstützung der Berliner.“

Demo gegen UN-Migrationspakt am Brandenburger Tor

Auch andere Demos gab es am Wochenende: Am Brandenburger Tor protestierten 1500 Menschen gegen den UN-Migrationspakt, dem die Bundesregierung zustimmen will. 

Pegida und die AfD hatten gemeinsam zu einer Demonstration am Brandenburger Tor gegen den UN-Migrationspakt aufgerufen.

Pegida und die AfD hatten gemeinsam zu einer Demonstration am Brandenburger Tor gegen den UN-Migrationspakt aufgerufen.

© dpa

Aufgerufen hatten Pegida und AfD. Teilnehmer trugen Deutschland-Fahnen und gelbe Westen, in Anlehnung an die in Frankreich stattfindenden Anti-Macron-Proteste. Auch Mitglieder von Neonazi-Kameradschaften hatten sich unter die Kundgebung gemischt. Etwa 100 linke Demonstranten protestierten gegen die Kundgebung. 

Etwa 1000 Demonstranten zogen am Nachmittag auch vom Roten Rathaus nach Kreuzberg. Sie protestierten gegen das Verbot der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) in Deutschland. 

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