Nach einer schwachen Hauptrunde stehen die Eisbären plötzlich im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Trainer Uwe Krupp hat es geschafft, sein Team rechtzeitig zu den Playoffs aufzumöbeln. Im Halbfinale wartet München. Fünf Gründe, warum die Eisbären jetzt sogar Meister werden könne.
Wille: Die Eisbären haben in diesen Playoffs absoluten Siegeswillen offenbart. Obwohl Mannheim im entscheidenden Spiel vor heimischem Publikum in Führung ging, behielt der DEL-Rekordmeister die Ruhe und nutzte seine Chancen eiskalt. In der Verlängerung scheinen die Berliner schier unbezwingbar. Mit dieser Mentalität hatten die Eisbären schon ein siebtes Entscheidungsspiel erzwungen. Trotz einer zwischenzeitlich verspielten 3:0-Führung glaubten die Berliner stets an ihr Überleben und kämpften die Adler regelrecht nieder.
Form: In der Hauptrunde waren die Eisbären ein dankbarer Gegner. 21 Siege und 31 Niederlagen sind nicht gerade Werte eine Spitzenteams. Doch mit den Pre-Playoffs näherten sich alle Spieler langsam aber sicher ihrer persönlichen Bestform an. Vor allem die Offensive zeigt sich zwingend wie zu besten Zeiten. Trotz der hohen Belastung mit zwei Verlängerungen, die über 100 Minuten dauerten, sind die Eisbären im Rhythmus. Der nächste Gegner München hat schon längst das Halbfinale erreicht, muss die richtige Intensität aber erst wieder aufnehmen.
Teamchemie: Die Eisbären haben spät in dieser Saison noch mal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Charles Linglet und Louis-Marc Aubry kamen als Überraschungstüten, haben sich nach Anlaufschwierigkeiten aber schnell als echte Verstärkungen erwiesen. Vor allem herrscht nun zum ersten Mal Konkurrenz um einen Platz im Aufgebot. Wer spielen will, muss sich mit Leistung qualifizieren. Ausfälle oder Verletzungen könne jetzt besser kompensiert werden. Wenn mal einer fehlt wie in Mannheim der gesperrte Jamie MacQueen, rückt eben ein anderer nach. Wie jetzt Barry Tallackson, der den so wichtigen Ausgleich in seinem ersten Playoff-Spiel erzielte.
Außenseiterrolle: Als achtplatziertes Team der Hauptrunde sind die Eisbären als absoluter Außenseiter in die Playoffs gestartet. Und diese Rolle scheint ihnen zu liegen. Während der Druck bei den Teams liegt, die in der Hauptrunde die Liga dominiert haben, können die Eisbären relativ frei aufspielen. Selbst auf fremdem Eis, wo es vor den Playoffs gar nichts zu holen gab, können die Berliner jetzt wieder gewinnen.
Torwart: Auf den besten Torwart kommt es in den Playoffs besonders an. Nur wenn er einen kühlen Kopf bewahrt und dem gegnerischen Druck standhält, hat die Mannschaft eine Siegchance. Mit 39 Jahren ist Petri Vehanen in der wohl stärksten Verfassung, seitdem er für Berlin spielt. „Ich bin auf einem guten Niveau im Moment“, sagt er über sich selbst.
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