Eigentlich fühlt sich Anna Guch in ihrer Senioren-WG im 7. Stock in der Groß Ziethener Straße pudelwohl. Mit ihr leben liebe Mitbewohner, die Pfleger kümmern sich rührend. „Doch diese Fahrstühle bringen mich zur Verzweiflung“, so die 69-Jährige, die sich aufgrund ihrer Krankheit nur mit dem Rollator fortbewegen kann.
Seit Monaten Ärger: Der Fahrstuhl in dem Hochhaus ist ständig kaputt.
© camcop media / Andreas Klug
Für manche Bewohner gleicht der Zustand einer Freiheitsberaubung
Zwei Aufzüge gibt es in dem weißen Hochhaus. Seit September 2016 sind diese in unschöner Regelmäßigkeit defekt, laut Anwohnern kam es zwischenzeitlich sogar zu Totalausfällen über mehrere Wochen. Ihr Haus zu verlassen, ist damit für Anna Guch und die anderen Senioren unmöglich. Die Rentnerin: „Und wenn doch mal ein Handwerker kommt und das vermaledeite Ding repariert, dauert es nur wenige Stunden bis zur nächsten Havarie.“
Guch in ihrer Senioren-WG. Von hier aus wurden die Bewohner von der Feuerwehr schon nach unten getragen.
© camcop media / Andreas Klug
Die Senioren sind nicht die einzigen, die unter dem Chaos leiden. Bärbel H. aus dem elften Stock beispielsweise ist an den Rollstuhl gefesselt. „Ich kann ohne Aufzug weder einkaufen, noch Freunde treffen, noch Luft schnappen, noch zu meinen wichtigen regelmäßigen Arztterminen“, schimpft sie. Seit 1980 wohnt sie in dem Block, hier ist ihr Zuhause. „Für mich bedeutet dieser Zustand eine unzumutbare Belastung – bis hin zur Freiheitsberaubung.“
H. hat eine Mängelliste erstellt. Im Februar waren die Aufzüge 17 Tage lang außer Betrieb, tagelang in den Folgemonaten, über die Pfingstfeiertage funktionierte nichts. Schuld soll neben Defekten oftmals Vandalismus sein, Anzeigen wurden erstattet.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com