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Was wurde aus ihr?

DEFA-Legende Rotkäppchen: Das macht DDR-Star Blanche Kommerell heute

Als Zwölfjährige wurde Blanche Kommerell als Rotkäppchen berühmt. Heute steht die DDR-Schauspielerin noch immer auf der Bühne.

Foto von Autor/Autorin: Florian Thalmann
Aktualisiert am Lesezeit 5 Min
Blanche Kommerell schlüpfte im Märchenfilm „Rotkäppchen“ der DEFA in die Hauptrolle und wurde damit in der gesamten DDR bekannt.

Blanche Kommerell schlüpfte im Märchenfilm „Rotkäppchen“ der DEFA in die Hauptrolle und wurde damit in der gesamten DDR bekannt.

© DEFA-Stiftung/Youtube

Wer an bekannte Märchenfilme aus der DDR denkt, der hat natürlich Streifen wie „Die Geschichte vom kleinen Muck“, „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und „Das Zaubermännchen“ im Sinn. Doch weil es kaum ein Märchen gibt, das von der DEFA nicht verfilmt wurde, hatte die DDR auch ihr eigenes Rotkäppchen! Schauspielerin Blanche Kommerell war es, die in die bekannte Märchenrolle schlüpfte und das Publikum verzauberte. Nun wird der Film wieder gezeigt – und viele fragen sich: Was macht die DDR-Legende eigentlich heute? Wir verraten es!

MDR zeigt den DDR-Klassiker „Rotkäppchen“

Nach wochenlanger Pause wird am Sonntag im MDR endlich wieder ein Märchenfilm aus der DDR gezeigt: Aus dem Filmschatz der DEFA kommt diese Woche „Rotkäppchen“ nach dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm wieder ans Licht.

Der Streifen von 1962 läuft um 16.50 Uhr – und lässt die Zuschauer endlich wieder in die Filmgeschichte des Ostens abtauchen. Schon zu DDR-Zeiten war „Rotkäppchen“ Kult: Knapp 5,8 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer zog es ins Kino, nachdem das Märchen am 13. Juli 1962 seine Premiere gefeiert hatte.

Die Geschichte des Films dreht sich um das Rotkäppchen, das zusammen mit seinem Vater und seiner Mutter in einem kleinen Haus im Wald wohnt. Das kleine Mädchen hat Freunde (Hase und Bär) und Feinde (Wolf und Fuchs). Der Hase belauscht ein Gespräch zwischen Wolf und Fuchs – und warnt Rotkäppchen, dass der Wolf das Mädchen und seine Großmutter fressen will. Das Rotkäppchen macht sich dennoch auf den Weg zur Oma, um ihr nicht nur Kuchen und Wein, sondern auch Schnupfpulver zu bringen.

Das Häschen gehört zu den Freunden des Rotkäppchen. Die Tiere spielen im DDR-Märchen, das bei der DEFA entstand, eine sehr wichtige Rolle.

Das Häschen gehört zu den Freunden des Rotkäppchen. Die Tiere spielen im DDR-Märchen, das bei der DEFA entstand, eine sehr wichtige Rolle.

© DEFA-Stiftung/Youtube

Rotkäppchen wird von Hase und Bär begleitet – doch der Wolf und der Fuchs schmieden einen Plan, mit dem sie das Mädchen und die Großmutter schnappen wollen. Wird es den bösen Tieren gelingen, die Großmutter zu fressen – und warum hat die Oma plötzlich so große Ohren und so große Augen?

Märchenfans kennen die Antwort! Wer den Film trotzdem mal wieder anschauen möchte, kann am Sonntag um 16.50 Uhr den MDR einschalten und sich vom Rotkäppchen verzaubern lassen.

Blanche Kommerell spielte das Rotkäppchen der DDR

Für das Verzaubern war vor allem eine junge Dame zuständig, die in dem DEFA-Film ihr Schauspieldebüt feierte: Blanche Kommerell! Sie sicherte sich als Zwölfjährige mit der Rolle in dem Film einen Platz unter den Märchenlegenden der DDR. Es war längst nicht ihr erster Auftritt: Blanche Kommerell hatte zuvor schon Auftritte am Deutschen Theater und am Maxim-Gorki-Theater in Berlin gehabt. Allerdings verhalf ihr der DEFA-Film „Rotkäppchen“ zum großen Durchbruch.

Szene aus dem DDR-Märchen: Der Bär begleitet das Rotkäppchen durch den Wald auf dem Weg zur Großmutter.

Szene aus dem DDR-Märchen: Der Bär begleitet das Rotkäppchen durch den Wald auf dem Weg zur Großmutter.

© DEFA-Stiftung/Youtube

In einem Interview mit dem „Märchenfilm Journal“ erinnerte sich Blanche Kommerell schon vor Jahren an die damalige Zeit. Bei der Auswahl für die Rolle des Rotkäppchens setzte sie sich demnach gegen etwa 1000 andere Mädchen durch. Die Dreharbeiten fanden rund um den 13. August 1961 statt, den Tag des Mauerbaus.

Bei ihr hätten viele Dinge bleibende Erinnerungen hinterlassen, sagte Blanche Kommerell. „An die große Halle im Studio Babelsberg, den gesamten Wald mit allen Drehorten, an mein Kostüm, die Gerüche und an alle lieben Kollegen.“ Rückblickend bezeichnete sie die Rolle des Rotkäppchens trotzdem nur als „eine Arbeit unter vielen“. Allerdings sei die Mitarbeit in Märchenfilmen in der DDR auch immer eine Auszeichnung gewesen.

Nach der Wende zog sich das DDR-Rotkäppchen vom Film zurück

Nach dem Erfolg und der Schule folgten ein Studium in Germanistik und Musikwissenschaft sowie eine Schauspielausbildung an der Staatlichen Schauspielschule Berlin. Im Laufe ihrer Karriere spielte Blanche Kommerell in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit – von „Polizeiruf 110“ bis hin zu „Das blaue Licht“, von „Das tapfere Schneiderlein“ bis „Bahnwärter Thiel“. Nach der Wende zog sie sich allerdings aus der Schauspielerei zurück und machte die Literatur zu ihrem Schwerpunkt.

Sie schrieb unter anderem literarische Programme und Gedichte, die sie in mehreren Büchern veröffentlicht hat. Auch heute steht das Rotkäppchen der DDR noch regelmäßig auf der Bühne und erinnerte etwa im Frühjahr mit Auftritten an verschiedenen Theatern an die Schriftstellerin Christa Wolf. Erst Anfang August las sie in Görlitz, wo die Autorin seit 2022 lebt, aus „Der Weg zum Glück“ von Maria Wollwerth. Wer die Schauspielerin live erleben möchte, kann sich über den Terminkalender auf der Website von Blanche Kommerell informieren.

Als Zwölfjährige spielte Blanche Kommerell das Rotkäppchen im DDR-Märchen der DEFA. Das Bild zeigt sie im März anlässlich einer Lesung. Die rote Mütze ist geblieben!

Als Zwölfjährige spielte Blanche Kommerell das Rotkäppchen im DDR-Märchen der DEFA. Das Bild zeigt sie im März anlässlich einer Lesung. Die rote Mütze ist geblieben!

© Matthias Wehnert/imago

Das waren die beliebtesten Märchenfilme der DDR

Die Märchenfilme der DEFA gehören bis heute zu den beliebtesten Produktionen des ostdeutschen Kinos. Besonders erfolgreich war die deutsch-tschechische Koproduktion„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (1973), die längst Kultstatus erreicht hat und jedes Jahr zur Weihnachtszeit Millionen Zuschauer begeistert. Zu den weiteren Klassikern zählen„Das singende, klingende Bäumchen“ (1957),„Schneeweißchen und Rosenrot“ (1979),„König Drosselbart“ (1965) und„Frau Holle“ (1963).

Die DEFA setzte auf aufwendige Kulissen, märchenhafte Landschaften und eine familienfreundliche Erzählweise. Viele Filme basierten auf Märchen der Brüder Grimm und verbanden Fantasie mit zeitlosen Werten wie Mut, Freundschaft und Gerechtigkeit. Dadurch blieben die Produktionen über Generationen hinweg beliebt und prägen bis heute die deutsche Märchenfilmtradition.

Welche DDR-Märchen haben Sie gern geschaut?

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