Das Trainingslager-Fazit

Urs Fischer: Wir werden ganz sicher bereit sein

Nach dem Camp in Spanien schaltet Union wieder in den Wettkampf-Modus um.

Mathias Bunkus
Lesezeit 4 Min
Trainer Urs Fischer hat bei Union alles im Griff.

Trainer Urs Fischer hat bei Union alles im Griff.

© Matthias Koch

... die Arbeitsbedingungen: „Ich bin zufrieden. Wir konnten in etwa das umsetzen, was wir geplant hatten. Wir hatten zwei tolle Plätze, die Wege waren kurz. Auch genug Platz, um mit einigen Spielern individuell zu arbeiten, ohne dass die Plätze kaputt gemacht worden sind. Wir haben viele Gespräche geführt und den Spielern mitgeteilt, woran sie sind. Alles schon sehr gut. Ich glaube, wir befinden uns auf einem guten Weg.“

... die Kürze der Zeit: „Wir sind damit klargekommen, aber es war etwas ungewohnt. Die Jungs haben seit Ende Juni praktisch sechs Monate am Stück gearbeitet und dann nur acht, neun Tage Pause gehabt. Ich empfinde das schon als sehr kurz. Und ich glaube, dass es wichtig ist, dass Spieler auch immer mal wieder regenerieren können.“
... das Unerfreuliche: „Natürlich die beiden Verletzungen von Joshua Mees und Lennard Maloney. Aber das ist eben auch Fußball. Florian Hübner ist durch seine Krankheit und seine Probleme mit dem Fuß drei, vier Tage ausgefallen. Das wirft ihn ein bisschen zurück, da müssen wir eine gewisse Vorsicht walten lassen.“

Schlotterbeck bald zurück

... das Positive: „Mit Grischa Prömel kommt ein Spieler, der lange ausgefallen ist, wieder näher an die Mannschaft. Wir müssen noch ein bisschen vorsichtig sein, aber er hat Riesensprünge gemacht. Auch Keven Schlotterbeck ist auf einem sehr gutem Weg, sicherlich ein Stück weiter als Grischa. Er kann ganze Einheiten mit der Mannschaft bestreiten.“
... die Comeback-Viererkette: „Das hatte auch was mit den Ausfällen der Innenverteidiger zu tun. Wie sollen wir wie am Montag zwei Spiele hintereinander bestreiten, wenn man nur vier zentrale Innenverteidiger hat, aber sechs benötigt? Das hat ja auch Einfluss auf das erste Spiel. Da muss man sich halt was überlegen.“

Was andere machen, ist egal

... seine eigenen, teilweise etwas lautstarkeren Auftritte in Spanien: „Manchmal muss man auch für einen gewissen Moment die Art und Weise der Ansprache ändern. So habe ich die Jungs vielleicht ein bisschen gefordert. Ob es gefruchtet hat? Entscheidend ist, dass wir Dinge versuchen zu verbessern und die Dinge nicht zu vernachlässigen, die uns geholfen haben, 20 Punkte zu holen.“
... Leipzigs Verzicht auf ein Trainingscamp: „Wir haben uns für ein Trainingslager entschieden. Wie andere das machen, ist egal. Wir konnten von optimalen Verhältnissen profitieren. Darauf kam es mir an. In Deutschland hätten wir bei zwei Trainingseinheiten am Tag wenig Zeit gehabt, weil es in Berlin ja schon wieder um halb vier dunkel ist. Da hätten wir immer schon um 14 Uhr wieder beginnen müssen. Die Spieler brauchen ja auch eine gewisse Zeit zwischendrin, um zu regenerieren und sich pflegen zu lassen.“

Viele Klubs beneiden Union

... die zahlreichen Fans beim Training: „Man muss sich daran gewöhnen. Aber es ist ja nicht das erste Mal. Ich hatte Besuch von Schweizern beim Training, die waren erstaunt und haben gesagt, das gibt es ja gar nicht. Bei St. Gallen waren nur sechs da. Ich habe hier manchmal das Gefühl, das ist ein Testspiel, kein Training. Man muss sich da manchmal echt konzentrieren, wenn man mitkriegt, worüber die da draußen quatschen. Das bedarf schon einer gewissen Übung. Aber mir fällt das nicht mehr groß auf. Höchstens, dass es schön ist, diese Unterstützung auch im Ausland zu genießen. Es gibt Klubs, die beneiden uns darum. Das gibt dir auch fürs Training ein gutes Gefühl.“
... die Rückrunde: „Wir werden ganz sicher bereit sein. Es wird eine ganz schwierige Aufgabe, weil die Spiele weniger werden. Es fällt leichter, bei einer negativen Serie ruhig zu bleiben, wenn du noch 25 Spiele vor dir hast und nicht nur noch acht. Weil es im Kopf ein anderes Bild ist. Es geht um die Wurst, das wird eine andere Dynamik geben. Darauf müssen wir vorbereitet sein.“
 

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