Koblenz Jahrelang haben sie aus Angst geschwiegen, haben Nachbarn und Behörden weggesehen. Jetzt klagen Stieftochter Maria (27, Namen geändert) und Tochter Tina (18) an: Niemand hat uns geholfen. Der Zeitschrift "Bunte" erzählten die zwei Frauen von ihrem jahrelangen Sex-Martyrium. "Bei mir fing es mit Streicheleinheiten an. Dann musste ich ihn überall küssen. Als ich zwölf war, drang er das erste Mal in mich ein. Es passierte im Auto", erzählt Tina der "Bunte"-Reporterin.Ihre Stiefschwester Maria erinnert sich, dass die Übergriffe meist passierten, wenn die Muter nicht zu Hause war oder er mit ihr wegfuhr. "Mal zu einem angeblichen Arzttermin oder zur Behörde. Damit meine Mutter nicht stutzig wurde. Er fuhr dann mit mir in den Wald, betätigte die Zentralverriegelung vom Auto und vergewaltigte mich. Manchmal auch im Wald unter freiem Himmel. Ich habe nicht nur geweint vor Schmerzen, ich habe geschrien."Oft habe der Horror-Vater, den Maria nur "Herr Detlef S." nennt, auch getrunken. Doch damit könne man sein Verhalten nicht erklären. "Der Herr Detlef S. vergewaltigte mich auch, wenn er stocknüchtern war." Er hatte ihr gesagt, dass er sie liebe und sie ihn deshalb auch lieben müsse. "Da er mich lieben würde, wolle er auch Kinder mit mir. Ich habe mich so gedemütigt gefühlt, so eklig." Die inzwischen 27-Jährige erzählt, dass Detlef S. sie absichtlich schwängerte. "Deshalb hat er keine Kondome benutzt. Ich bekam des Öfteren Verhütungsmittel verschrieben. Sobald Herr Detlef S. das Rezept sah, zerriss er es. Oder er löste es ein und schloss die Pillenpackung im Schrank weg." Nach seiner Festnahme fand die Polizei Dutzende Pillen-Päckchen in dem Horror-Haus in Fluterschen.Maria erinnert sich daran, wie sie daheim der Mutter von der Schwangerschaft erzählte und der Horror-Vater in ihr Zimmer kam. "Er sah das Ultraschallbild, wurde feuerrot im Gesicht und brüllte los: ,Deshalb warst du mit diesem Kerl in der Disco.' Dann drehte er sich um und schloss die Zimmertür ab. Er sperrte mich drei Tage lang ein. Ich bekam nur das Nötigste zu essen, einen Eimer mit Wasser und Toilettenpapier und keiner durfte mit mir reden. Er musste ja vor der Mutter so tun, als sei er sauer auf mich wegen der Schwangerschaft. Dabei war er überglücklich."Doch nicht mal während der Schwangerschaft hatte Stieftochter Maria ein wenig Ruhe vor dem Monster. Auch in dieser Zeit wurde sie "geschlagen und vergewaltigt". Acht Babys brachte Maria zur Welt. Eines starb kurz nach der Geburt. "Im Sommer 2010 fiel mir auf, dass meine sechsjährige Tochter viel weinte. Ich geriet in Panik, denn ich hatte sofort den Verdacht, dass Herr S. die Kleine vielleicht auch sexuell belästigt haben könnte." Ärzte bestätigen das später.Dass Detlef S. sich auch an seinem eigenen Fleisch und Blut vergriff, wusste Tochter Tina aus schmerzlicher Erfahrung. "Er sagte, er wolle mir zeigen, wie schön das ist." Als sie 14 Jahre alt ist, nimmt S. seine Tochter erstmals mit zu seinen "Freunden". "Papa wollte mit mir schlafen und die Männer sollten zusehen. Es passierte dann aber andersrum. Papa hat zugesehen, wie die Männer mich genommen haben. Papa schimpfte stets mit mir, ich solle mehr lachen, das würde den Preis in die Höhe treiben. Auf der Heimfahrt im Auto hat er dann auch noch mit mir geschlafen."Auch die ältere Maria soll Detlef S. für 30 bis 50 Euro Freiern angeboten haben. Sie machte mit, weil sie Angst hatte. "Er drohte, das Jugendamt würde mir die Kinder abnehmen, wenn ich etwas sagen würde." Erst als sie einen Brief von ihrer Halbschwester Tina findet und begreift, dass sie nicht das einzige Opfer ist, traut sie sich Hilfe zu suchen.Hat denn ihre Mutter all die Jahre nichts bemerkt? Maria: "Es gab etliche Hilferufe von mir. Aber sie wollte das wohl nicht hören." Und weiter: "Was ich ihr ankreide, ist, dass sie all die Jahre die Augen zugemacht hat und dass sie diesen Mann geheiratet hat. Aber wenigstens ist sie bei uns geblieben und hat uns nicht alleingelassen." Ihre Halbschwester meint: "Sie stand unter demselben Druck wie wir. Wenn sie den Papa maßregeln wollte, hat er sie brutal zusammengeschlagen. Oft bis zur Bewusstlosigkeit. Unsere Mutter ist als Kind von ihrem Vater missbraucht worden. Vielleicht wollte sie verdrängen, dass ihr eigener Mann mit den Töchtern das Gleiche tut." Trotz ihrer jahrelangen Qualen wollen die zwei Frauen weiter zu ihrer Mutter halten. "Wir zeigen ihr, dass wir sie beschützen, so wie sie uns hätte beschützen müssen."------------------------------"Ich habe nicht nur geweint vor Schmerzen, ich habe geschrien" Stieftochter Maria"Er wollte bewusst Kinder mit mir haben, deshalb hat er keine Kondome benutzt" Stieftochter Maria
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