Das Opfer

Markus P. schlich sich in den Gerichtssaal

Ein schwarzes Basecap ins Gesicht geschoben. Seine Augen hinter einer Sonnenbrille verborgen. Opfer Markus P. fiel der Gang ins Gericht merklich schwer.

BK
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Markus P. auf dem Weg in den Gerichtssaal. Er sieht gut aus

Markus P. auf dem Weg in den Gerichtssaal. Er sieht gut aus

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Ein schwarzes Basecap ins Gesicht geschoben. Seine Augen hinter einer dunklen Sonnenbrille verborgen. Opfer Markus P. fiel der Gang ins Gericht merklich schwer. Völlig unbemerkt hatte er sich am Nachmittag in den Saal geschlichen, um gegen seinen Peiniger auszusagen.

Markus P. versuchte sich an das Geschehene zu erinnern. Er strengte sich an. Doch seine Gedächtnislücken sind riesig. „Da ist nichts, komplett alles weg“, sagte er dem Richter. Markus P. erinnert sich nur an das davor: Eine Feier mit Freunden, ein Dart-Turnier, das er gewann. Als Preis bekam er eine Flasche Pfeffi, die er mit Kumpels leerte. „Mir ging es gut. Ich war angetrunken, aber nicht betrunken.“ Was folgt, ist ein schwarzes Loch. „Die Augen schlug ich im Krankenhaus auf. Kopfschmerzen.“ Wie es ihm heute gehen würde, ob er Narben habe, wollte der Richter wissen. Markus P. zeigte auf den Cut unter seinem linken Auge. Äußerlich merkt man ihmnichts an. ImGegenteil, er sieht gut aus mit seiner neuen Kurzhaarfrisur. Die seelischen Folgen sind schwer. „Ich liege nachts im Bett, bin hellwach. Wenn ich die Angeklagten sehe, zittere ich.“

Markus P. geht seit Mai regelmäßig zu einer Psychiaterin. „Das hat mir sehr gut getan, mit einem Dritten über alles zu reden.“ Insgesamt war er sechs Wochen nach der Tat krankgeschrieben. Heute kann er wieder in seinem Beruf als Installateur arbeiten.

Schmerzensgeld wollte er bisher nicht. Läppische 7 000 Euro hatten Torbens Anwälte vergangenen Freitag geboten. „Das soll meine Anwältin entscheiden, ich habe davon keine Ahnung“, sagte er dem Richter. Mittlerweile soll von 14 000 Euro die Rede sein. Torbens Entschuldigung nimmt Markus P. nicht an, weil er nicht glaubt, dass der Schüler es ehrlich meint.

KE., KEI

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