Darmkrebs

Der heimliche Killer

Im Frühstadium verursacht er keinerlei Beschwerden. Genau das macht ihn so gefährlich - Darmkrebs ist ein heimlicher Killer.

BK
Lesezeit 3 Min

Er ist ein heimlicher Killer, denn er verursacht im Frühstadium keinerlei Beschwerden. Genau das macht ihn so gefährlich. Jährlich erkranken in Deutschland über 73 000 Menschen an Darmkrebs.

„Rund 40 Prozent der Patienten sterben noch daran, aber sowohl die Häufigkeit des Darmkrebses als auch die Sterberate werden weniger“, betont Prof. Reiner Kunz, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin-Tempelhof.

Die Voruntersuchungen: Vor einer Darmkrebs-OP muss möglichst genau die Lage des Tumors im Darm und seine Ausdehnung abgeklärt werden. Zu den gängigen Untersuchungen gehört die Darmspiegelung (Koloskopie) zur genauen Untersuchung des gesamten Dickdarms, um ggf. weitere Darmpolypen oder Tumore zu erkennen.

Wer die herkömmliche Darmkrebsvorsorgemethode scheut, dem steht neuerdings die Kapselkoloskopie zur Verfügung. Hierbei schluckt man eine Kapsel in Größe einer großen länglichen Tablette. Sie ist bestückt mit hoch entwickelter optischer Technik, die es ermöglicht, das Innere des Darms mit bis zu 35 Bildern pro Sekunde hoch aufgelöst abzubilden und die Bilder nach außen zu senden.

Die Operation: „Je nach Schwere und Ausdehnung des Tumors empfiehlt sich der klassische offene Bauchschnitt, die sogenannte Laparotomie, oder die minimalinvasive Technik, die Laparoskopie“, erklärt Prof. Reiner Kunz.

Bei Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium wird nahezu ausschließlich aufgrund des Umfangs der Darmkrebsoperation eine Laparotomie durchgeführt. Prof. Kunz: „Ansonsten zeigen Statistiken, dass die minimalinvasiven Techniken ein ähnlich gutes Ergebnis erzielen wie die offene Darmkrebs-OP.“ Ein wesentlicher Vorteil besteht auch darin, dass sich die Patienten nach dem Eingriff schneller erholen.

Radikale Operation: Da sich einzelne Krebszellen beim Darmkrebs gerne vom Primärtumor ablösen und sich an anderer Stelle im Körper niederlassen und dort Metastasen bilden, werden bei der radikalen Darmkrebs-Operation der Tumor einschließlich dem umgebenden gesunden Gewebe und die dazugehörigen Lymphknoten, Lymphgefäße und Blutgefäße herausgeschnitten.

Um eine Streuung von Tumorzellen während der Darmkrebs-OP zu verhindern, werden zunächst die Blut- und Lymphgefäße, die mit dem Tumor in Verbindung stehen, abgebunden und der tumortragende Darmabschnitt vom gesunden Darm abgetrennt.

Ohne den Tumor selbst zu verletzen bzw. zu berühren (sog. No-Touch-Technik), wird nun der tumortragende Darmabschnitt mit den Lymph- und Blutgefäßen und den Lymphknoten herausgelöst und aus dem Bauch entfernt. So soll ein Auseinanderfallen des Tumors und somit eine Streuung der Tumorzellen verhindert werden. „Beim Enddarm wird geschaut, ob nicht eine Vorbehandlung mit einer medikamentösen oder Strahlentherapie die Chancen verbessert“, sagt Prof. Kunz.

Künstlicher Darmausgang: Bei Dickdarmkrebs muss nur selten ein dauerhaftes Stoma angelegt werden. In schwierigen Fällen kann allerdings ein vorübergehendes Stoma erforderlich sein, um beispielsweise die Darmnaht nach der OP zu entlasten. Während früher beim Mastdarmkrebs neben dem befallenen Mastdarmabschnitt auch der gesamte Schließmuskel bei der Operation mit entfernt werden musste, wird heute in den meisten Fällen die Mastdarmkrebs-OP so durchgeführt, dass der Schließmuskel erhalten bleibt.

Risiken: Wie bei jeder OP kann es zu Blutungen, Wundheilungsstörungen und Infektionen kommen. Durch Operationen am Mastdarm können die Nerven im Operationsgebiet gereizt und geschädigt werden, was zu Stuhlinkontinenz, Funktionsstörungen der Blase und Potenzproblemen bei Männern führen kann. Die Gefahr ist jedoch gering.

Nach der Operation: Nur durch regelmäßige Nachsorge können Metastasen (Tochtergeschwulste) oder Rezidive (erneutes Auftreten eines Tumors an der ursprünglichen Stelle) frühzeitig erkannt werden.

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