Fragen über Fragen - wer unter Schwindel leidet, möchte möglichst alles über seine Erkrankung wissen, um besser damit umgehen zu können. Im Laufe seiner mehr als 30-jährigen Betreuung von Schwindelpatienten hat Professor Karl-Friedrich Hamann, ehemaliger Oberarzt der HNO des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München, Fragen, Ängste und Befürchtungen von Patienten kennen gelernt. In seinem Buch "Schwindel - 150 Fragen und Antworten" (Buchtipps S. 8) informiert er über Wissenswertes rund um die Schwindelerkrankung. Wir stellen zehn typische Fragen vor und sagen, was dahintersteckt.?Hat das Wetter Einfluss auf Beschwerden?Auch wenn man oft den Eindruck hat, dass bei bestimmten Witterungen der Schwindel heftiger ist, "hat sich ein ursächlicher Zusammenhang nicht sichern lassen", so Professor Karl-Friedrich Hamann. Auch sei bisher nicht aufgefallen, dass in bestimmten Klimazonen häufiger oder seltener Schwindelerkrankungen vorkommen.?Dürfen Schwindelkranke trotzdem fliegen?Solange sie nicht als Pilot selbst am Ruder sitzen, gibt es keine Einschränkungen für Flugreisen. Die bei Start und Landung auftretenden Druckunterschiede wirken sich auf das Gleichgewichtsorgan nicht aus. Sollte es trotzdem während des Fluges zu Schwindelattacken kommen, dann ist das eher einer Flugangst zuzuschreiben. Spätestens nach der Landung sind die Beschwerden wieder vorbei.?Wegen Schwindel einfach gekündigt?Einige Berufe dürfen tatsächlich bei Schwindelerkrankungen nicht mehr ausgeübt werden. Professor Hamann: "Dazu zählen Berufe in der Personenbeförderung wie Taxi- und Busfahrer, Lokführer, Piloten, aber auch andere Berufe wie die des Gerüstarbeiters, Bergführers oder Hochseilartisten."?Trotz Schwindel zum Wehrdienst?Nein, bei nachgewiesenen Schäden im Gleichgewichtsorgan wird meist auf eine Einberufung verzichtet. Der Grund: Bereits die Grundausbildung stellt hohe Ansprüche an die körperliche Belastbarkeit, die ein intaktes Gleichgewichtssystem voraussetzt.?Kann man die Erkrankung vortäuschen?Da es sich um ein subjektives Erlebnis handelt, kann grundsätzlich nicht nachgeprüft werden, ob tatsächlich ein Schwindelgefühl besteht oder nicht. Andererseits ist es möglich, mit modernen Untersuchungsmethoden nachzuweisen, ob eine organische Störung vorliegt oder nicht.?Dürfen die Betroffenen schwimmen und tauchen?Besser nicht. Denn beim Schwimmen ist das Gleichgewichtsorgan besonders gefordert, da die Informationen aus den Muskeln, vor allem aber aus den Fußsohlen fehlen, die ansonsten über die Lage des Körpers im Raum informieren. Tauchen sollte strikt verboten sein, denn zusätzlich zu den Einschränkungen der Sinnesorgane beim Schwimmen fällt dabei auch noch die visuelle Orientierung weg.?Kommt Schwindel in Träumen vor und wenn, welche Bedeutung hat das?Auch in Träumen kann Schwindel vorkommen und sogar zum Aufwachen führen. Nicht selten macht sich der gutartige Lagerungsschwindel so bemerkbar, aber auch Menière-Anfälle, eine Erkrankung des Innenohrs, kommen aus dem Schlaf heraus vor. Eine Bedeutung hat Schwindel, der im Traum erlebt wird, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht.?Zerstören Schwindelanfälle eigentlich Zellen im Gehirn?Nein, Nervenzellen werden nicht zerstört. Vielmehr zeigt das Schwindelerlebnis an, dass die beteiligten Nervenzellen ihre Funktion, in diesem Fall ihre Warnfunktion, hervorragend erfüllen.?Kann man mit einer Diät Schwindelbeschwerden beeinflussen?Das geht nur in Ausnahmefällen. Da es sich bei den Ursachen des Schwindels oft um mechanische Vorgänge und Entzündungen, immunologische Vorgänge oder um Geschwülste handelt, wirken sich entsprechende Nahrungszusammensetzungen nicht auf die Krankheitsbilder aus.?Können Videospiele auch Schwindel auslösen?Mit Computerunterstützung gelingt es modernen Videotechniken fast mühelos, Schwindelgefühle zu erzeugen. Schwindelerkrankungen werden damit aber nicht ausgelöst. Auch der Schwindelkranke braucht nicht zu befürchten, dass sich sein Krankheitsbild durch Videospiele dieser Art verschlimmert.------------------------------
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