Cum-Cum-Geschäfte

Warum wir die Diebe aufhalten sollten!

Banker-Trickser haben uns Deutschen über 32 Milliarden Euro geklaut.

Chin Meyer
Lesezeit 2 Min
Beim größten Steuerskandal Deutschlands vergeht Finanzminister Wolfgang Schäuble das Lachen.

Beim größten Steuerskandal Deutschlands vergeht Finanzminister Wolfgang Schäuble das Lachen.

© imago/Jens Jeske

Na, fehlt Ihnen was? Nein? Doch! Ihnen fehlen 400 Euro. Ja! Sie wurden ausgeraubt! Eine Bande von cleveren Banker-Tricksern hat uns Deutschen über 32 Milliarden Euro geklaut. Cum-Cum-Geschäfte waren das und analog zur Pornobranche, die ja auch Cum-Geschäfte macht, handelte es sich um eine Art Gang-Bang des Finanzamtes.

Ausländische Aktienbesitzer müssen Dividendeneinkünfte versteuern – gehören die Aktien am Dividenden-Stichtag aber einem Deutschen, zahlt der nix. Also wurden Aktien von Ausländern im großen Stil für einen Tag an Deutsche verkauft, die Ersparnis teilte man sich.

Der Trick ließ sich per Cum-Ex-Deal noch mal doppeln. Grob vereinfacht ging das so: Aktionär A hat Aktien im Wert von einer Million und kassiert dafür eine Steuergutschrift am Dividendentag. Ein zweiter Aktionär B kaufte von einem dritten Aktionär C für eine Million Aktien, die C allerdings gar nicht besitzt (er hat sie bloß von A geliehen).

Weil B am Stichtag die Aktien juristisch besitzt, erhält er ebenfalls eine Steuergutschrift für das Aktienpaket, das dann wieder an A zurückwandert. Dividenden-Stripping nannte sich das Drecks-Spiel, und leider war das kein Club, in dem hässliche Banker sich ausziehen. Sie zogen im Gegenteil uns Bürger aus, denn der Staat ist letztlich nur eine Gemeinschaftskasse aller Deutschen.

Von den 32 Milliarden hätte man das Schienennetz der Deutschen Bahn komplett sanieren können. Anders gesagt: Wenn Ihre S-Bahn mal wieder zu spät ist – liegt es auch an einem gierigen Banker-Räuber! Von den 32 Milliarden hätte jeder Deutsche vom Staat 400 Euro in bar gekriegt – die fehlen jetzt.

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