Cottbuser Pokal-Triumphzug hat viele Namen, aber nur einen Vater: Pele Wollitz

Energie träumt von Europa

Oliver Reuter
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Cottbus - Sie nannten ihn Pele. Damals, als Jugendspieler im ostwestfälischen Brakel. Jetzt, gut 30 Jahre später und nach elf verschiedenen Vereinen als Spieler und Trainer, stürmt Claus-Dieter Wollitz (45) noch einmal auf die große Bühne.Mit Pokalschreck Cottbus braucht der Ex-Herthaner (Saison 1993/94, 35 Zweitligaspiele, 6 Tore) nach dem 1:0-Coup über Hoffenheim nur Losglück, ein Heimspiel und einen Sieg über Liga-Konkurrent Duisburg vielleicht - schon steht er im Finale. Wenn's dann gegen die Bayern geht, winkt Europa.Eine unglaubliche Geschichte. Vor allem weil Wollitz schon fast weg war aus der Lausitz. Seit eineinhalb Jahren gibt er hier alles. Mit allen Höhen, wie den Pokalsiegen gegen Freiburg, Wolfsburg und jetzt Hoffenheim, und Tiefen, wie dem 1:3 zum Rückrundenauftakt in Düsseldorf. Drei Punkte Rückstand haben sie auf einen Aufstiegsplatz.Aber Wollitz' Arbeit ist alles andere als leicht. Wegen Fan-Ausschreitungen drohte er nach dem 3:1 in Wolfsburg mit Rücktritt: "Es macht keinen Spaß, weil die Fans uns alles versauen. Ich möchte da arbeiten, wo es sauber ist."Auch er wurde attackiert. "Ich denke, ich habe dem Verein und der Region viel gegeben. Trotzdem muss ich mich als Wessi-Arschloch beschimpfen lassen. Es gibt Diskussionen, die mich ernsthaft nachdenken lassen: Macht es Sinn, weiterzumachen?" Er macht weiter, verlängerte bis 2013. "Das Bedürfnis und die Verantwortung, unsere junge Mannschaft weiterzuentwickeln, haben den Ausschlag gegeben."Er bleibt seiner Linie treu. Nach den Lobeshymnen auf seine Spieler nach dem Halbfinal-Einzug ("Ich kann hier aufhören, so gut haben die Jungs gespielt") kritisierte er die mangelnde Unterstützung der Fans: "Nur 15 000 Zuschauer bei einem Pokal-Viertelfinale, das müsste ausverkauft sein."Doch jetzt ist Halbfinale. Da ist alles drin. Bayern-Idol Mehmet Scholl verrät, dass man auch als Münchner Respekt vor Cottbus hat: "Zu Zeiten von Ede Geyer haben wir da auch verloren. Schon in der dritten Minute trat mich einer über die Außenlinie. Als ich hoch wollte, stand der da und grinste: Du hast ja heute gar nicht dein Röckchen an. Viel ging danach nicht mehr."------------------------------BU: Die Fans wollen nach Berlin. Ein Sieg noch, dann geht's ins Olympiastadion.

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