Gianna (40) und Peggy (36) aus Tiergarten wollten nicht mehr warten. Sie heirateten im letzten Jahr in Dänemark. „Wir haben überall die gleichen Rechte, in der Beziehung aber nicht“, ärgert sich Peggy. Beide haben sogar Kinder. Probleme damit gab es für die Patchwork-Familie nie.
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Gestatten, Lizzy (89) alias die Queen und ihr Gemahl Prinz Philip (94). In Wirklichkeit haben die CSD-Besucher natürlich andere Namen. Aber nur so viel verraten sie: „Wir lieben uns seit 20 Jahren!“ Prinz Philip: „Die soziale Realität ist viel weiter als die Gesetze. Frankreich und Irland sind da weiter.“
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Evi (38) und Nadja (40) aus Rudow lernten sich im Februar im Internet kennen: „Wir versuchen, andere Leute mit Demos für das Thema Homo-Ehe zu öffnen. Auf diesem Weg kämpfen wir auch für unsere homosexuellen Freunde und deren Kinder.“ Beide sind sich einig: „Wir wollen heiraten!“
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Markus (48) und Ludwig (54) sind 2014 eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen. Sie sagen: „Als homosexuelles Paar haben wir die gleichen Pflichten, aber noch nicht die gleichen Rechte!“ Sie möchten sich jedoch nicht für ihre Liebe rechtfertigen müssen, keine Ehe 2. Klasse führen.
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„Ehe soll man nicht vom Geschlecht abhängig machen“, sagen Martin (27) und Enrico (28). 2007 haben sich die beiden lieben gelernt. Zum zehnjährigen Jubiläum 2017 wollen sie nun heiraten. „Bis dahin hoffen wir, dass Deutschland den Weg für unsere Liebe endlich freimacht.“
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73 Prozent der Berliner wollen das volle Eherecht für schwule und lesbische Paare. Das zumindest hat jetzt eine Forsa-Umfrage ergeben. Gewaltigen Zuspruch gibt es in allen Altersbereichen: Eine echt schöne Nachricht zum Auftakt des CSD 2015. Mit seinem Motto „Wir sind alle anders, wir sind alle gleich“ sendet er eine klare Botschaft an die Politik. Es geht um die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen: Bisher gibt es für sie nur eingetragene Lebenspartnerschaften, keine Ehe.
Beim bunten Treiben der 1600 Kostümierten auf den Wagen feierten der Regierende Michael Müller (SPD) und Vorgänger Klaus Wowereit (SPD) fleißig mit. Müller stellte am Vortag bereits fest, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare sei hierzulande „nur eine Frage der Zeit“.
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Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller auf dem CSD.
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Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland, John B. Emerson und seine Frau Kimberly Marteau Emerson beim Auftakt des Christopher Street Day.
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Natürlich auch dabei: Berlins ehemaliger Bürgermeister Klaus Wowereit (im blauen Polo-Shirt).
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So liberal sieht es der Koalitionspartner CDU nicht. Gerade erst entbrannte darüber heftiger Streit zwischen beiden Parteien. Die CDU will jetzt ihre Mitglieder zu dem Thema befragen. Es deutet alles darauf hin, dass nur 52 Prozent für eine Öffnung der Ehe stimmen. Auch Innensenator Frank Henkel mauert. Er sorgte kürzlich dafür, dass sich seine CDU einem Berliner Ja zur Homo-Ehe im Bundesrat verweigert (KURIER berichtete).
Und auch auf der Bundesebene hakt’s. Die Abstimmung über die Homo-Ehe wurde bis nach der Sommerpause verschoben. Von Bürgerseite befürworten 55 Prozent der Deutschen eine Gesetzesänderung. Das ist eine Mehrheit, aber nur eine knappe. Sind wir etwa noch zu intolerant?
Fest steht: Frankreich und Irland preschten bei der Homo-Ehe vor, die USA zog jetzt nach. Erst Freitag erklärte das höchste Gericht die Homo-Ehe in allen 50 Bundesstaaten für zulässig – gegen den erfolglosen Widerstand von 13 Staaten. Deshalb feierte neben der lokalen Politprominenz auch US-Botschafter John B. Emerson beim CSD mit.
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