Ein Reporter-Team von „Spiegel-TV“ hat Sch. in Neukölln entdeckt. Im weißen Pullover steht er vor einer Kreuzung am Bahnhof Hermannstraße, telefoniert mit einem Handy. Die Journalisten sprechen ihn an, wollen von ihm wissen, warum er vor einer Woche abends in der S-Bahn eine Mutter aus Südosteuropa mit ihren Kindern fremdenfeindlich attackiert habe.
Sch. will die Frage nicht verstehen. „He, was ist los“, schimpft er. „Haut ab, Alter.“ Ein Kumpel von Sch. kommt dazu, droht den Fragestellern, eine Bierflasche über den Kopf zu ziehen. Dann poltert Sch. los: „Ihr Hundegesichter. Mach’n Abgang!“ Alles vor laufender Kamera.
Worte voller Aggression. Sch. scheinen sie leicht von den Lippen zu gehen. Wie in der S41, als er am S-Bahnhof Frankfurter Allee mit einem Nazi-Kumpel (37) die Flüchtlingsfamilie angriff.
Laut Zeugenaussagen riefen die Männer. „Ihr Asylantenpack. Wir sind die Herrenrasse, ihr keine Arier!“ Der Hitler-Gruß wurde gezeigt. Dann entblößte sich Sch., urinierte auf die Flüchtlingskinder. Fahrgäste alarmierten über Notruf die Polizei, die die beiden Rechtsradikalen vorübergehend festnahmen. Ein Ermittlungsverfahren läuft.
Der Polizei ist Christoph Sch. bereits einschlägig bekannt. Er soll unter anderem wegen Diebstahls, Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und des Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen in den Akten stehen.
Sch. wurde in Sömmerda (Thüringen) geboren. Laut KURIER-Informationen ist er bei Zwickau gemeldet, schlüpft aber als Wohnungsloser gern bei Freunden in Berlin unter. Im Neuköllner Eckkneipen-Milieu ist Sch. recht bekannt. In der Naziszene gilt er als Mitläufer. Christoph Sch. soll ein ziemlicher Angeber sein. In rechten Kreisen würde er mit seiner Tat herumprahlen, sich selbst feiern.
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