Diesem Mann ist kein Thema zu heiß: Comedian und KURIER-Kolumnist Chin Meyer (60) startet mit einer vollen Kabarett-Breitseite ins Jahr 2020. „Leben im Plus“ heißt sein neues Programm – eine bitterböse Abrechnung mit den Absurditäten des Kapitalismus, des Alltags im 21. Jahrhundert und der digitalen Welt. Am 4. Januar ist er in den Wühlmäusen zu sehen.
Deutsche Banker und Spekulanten plündern das Volk gieriger aus als alle arabischen Krimi-Clans zusammen. Digitale Endgeräte übernehmen die Kontrolle über das soziale Leben – und immer mehr Leute fühlen sich total überfordert. Es ist eine brisante Gemengelage, in der es einen Chin Meyer braucht, um mal wieder klar durchzublicken. „Mich stört, dass in der heutigen Zeit die Meinungsfronten völlig verhärtet sind, alles ist polarisiert“, fasst Chin Meyer sein Unbehagen an den Zuständen zusammen. „Man merkt doch, dass viele Menschen immer kurz vor dem Ausrasten stehen – und jederzeit schon wegen Kleinigkeiten in die Luft gehen können.“
Doch wie schafft da ein Comedian Abhilfe? „Meine Show ist ein bunter Abend gegen das platte Schwarz-Weiß-Denken“, sagt Meyer. Sich so ein Programm auszudenken, kostet Nerven: „Denn eigentlich leben wir Comedians ja vom Übertreiben und Provozieren, ich aber will für die Akzeptanz verschiedener Meinungen werben.“ Voraussetzung dafür sei es, die problematischen Gegensätze der Zeit selbst in sich zu tragen: „Ich weiß doch selbst, wie es ist, wenn man die Glotze einschaltet und sich sofort aufregt. Da sehe ich eine Neonazi-Demo, finde deren Auftritt furchtbar und denke: Ausrotten! Mit Stumpf und Stiel! Ich nenne das die ,Entdeckung des inneren Hitlers’.“ Auf der Bühne begleitet wird Chin Meyer von einer digitalen Intelligenz namens „Aliri“, einer Mischung aus „Siri“ und „Alexa“. Sie quatscht dazwischen, kommentiert, kritisiert – und entwickelt Gefühle für einen Zuschauer im Publikum.
Nicht zuletzt wird Meyer das Tanzbein schwingen. Er tanzt den „Cum-Ex-Ragtime“, benannt nach den umstrittenen Cum-Ex-Geschäften gewiefter Spekulanten. Und: Für die Zuschauer gibt es ein Gewinnspiel – mit garantiert höheren Erfolgschancen als im Lotto.
Eintrittskarten über die Internetseite www.wuehlmaeuse.de
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