Charité-Ausstand

KURIER-Visite in der Streik-Zentrale

950 Betten nicht belegt, Demo auf der Friedrichstraße.

Cornelia Schmalenbach
Lesezeit 2 Min
Mitarbeiter der Charité zeigen ihre Forderungen.

Mitarbeiter der Charité zeigen ihre Forderungen.

© Thomas Lebie Lizenz

Schrilles Handyklingeln. Es meldet sich Station 6. „Wir sind zu.“ So beginnt Tag 1 des unbefristeten Streiks der Pflegekräfte, die erreichen wollen, dass die Charité mehr Personal einstellt. Ein Streik-Kollege hakt die Station auf einer Liste ab. Betroffen sind 950 Betten, die während der nächsten Tage nicht belegt werden.

Dana Wolff, Krankenschwester auf der Beatmungsstation berichtet: „Heute Morgen wurden auch bei uns die letzten drei Patienten verlegt.“ Die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern spürt den Stress besonders. „Wir sind immer zu wenig, müssen viele Überstunden machen, wenn Kollegen ausfallen.“

Cornelia Koop und Carsten Becker gestern früh in der Streikzentrale.

Cornelia Koop und Carsten Becker gestern früh in der Streikzentrale.

© Thomas Lebie Lizenz

Schwester Dana Wolff: „Die Beatmungsstation ist geschlossen.“

Schwester Dana Wolff: „Die Beatmungsstation ist geschlossen.“

© Thomas Lebie Lizenz

© Thomas Lebie Lizenz

Mitarbeiter der Charité zeigen ihre Forderungen.

Mitarbeiter der Charité zeigen ihre Forderungen.

© Thomas Lebie Lizenz

Die Charité arbeitet jetzt nach einem Notdienstplan. 200 geplante Operationen hat sie abgesagt, Notfälle werden aber versorgt. In der Notaufnahme in der Luisenstraße saßen gestern auffallend wenige Patienten. Wer konnte, suchte gleich eine andere Klinik auf. Carsten Becker von der Streikleitung telefoniert weiter. Es geht um den nächsten Termin mit dem Arbeitgeber. „Wir sprechen zweimal täglich über die aktuelle Situation, damit keine Patienten gefährdet sind“, sagt Becker. Die Leitung sagt trotzdem: Streik ist keine Lösung und hat entsprechende Zettel auf dem Gelände verteilt.

In der Streikzentrale schreiben Krankenschwester Sätze auf Pappen wie „Minimales Personal, maximales Risiko“ und „Ich bin krank, weil ich viele Kranke pflegen muss“. Damit wollen sie heute ab 15.30 Uhr auf die Straße gehen und vor dem Gesundheitsministerium demonstrieren. „Wir werden die Friedrichstraße zumachen“, heißt es. Ihre Hauptforderung: Mehr Personal! Die Charité erklärte mehrfach: Das würde 600 zusätzliche Stellen und Kosten von jährlich bis zu 36 Millionen Euro bedeuten. Derzeitig nicht bezahlbar.

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