Um 18.35 Uhr löste eine angebliche Prügelei in einer vorausfahrenden S-Bahn das Chaos an der Station Königstraße (zwischen Altona und Reeperbahn) aus. Die Bundespolizei wurde alarmiert, fand aber nur friedliche Fans vor – doch einen Zug weiter hinten auf der Strecke braute sich das Unheil zusammen.
Weil angeblich Fans in den S-Bahn-Tunnel gelaufen waren (gefunden wurden keine!), wurde der Strom ausgeschaltet. Eine logische Vorsichtsmaßnahme, weil durch die Starkstromleitung (1200 Volt) auf den Gleisen Todesgefahr droht. Aber das wussten die Steckengebliebenen in der S3 nicht.
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Ein Augenzeuge berichtet: „Kinder weinten laut. Ältere Menschen hatten Schnappatmung, weil die Luft knapp wurde. Natürlich gab es jede Menge angetrunkene Fans in den Waggons. Die Stimmung war explosiv. Kondenswasser lief bächeweise über die Fenster.“
Ein Fenster wurde eingetreten, vermutlich aus Panik oder Platzangst. Die Not-Entriegelung der Türen wurde betätigt. Der Augenzeuge kritisiert: „Es gab keine Durchsagen zur Lage. Wir wussten gar nicht, was los ist.“
Dass dennoch alles glimpflich abging, zeigt, dass Fußballfans auch in Extremlagen nicht unbedingt durchknallen müssen. Alle hielten irgendwie bis zur Evakuierung durch. Die Polzei: „Alle Passagiere konnten selbständig laufen. Niemand wurde handgreiflich. Es gab keine Festnahmen.“ Allerdings mussten zwei Frauen im Alter von 24 und 26 Jahren im Bahnhof Königstraße notärztlich behandelt werden. sie hatten Kreislauf-Zusammenbrüche erlitten. Um 19.20 waren alle Fahrgäste in Sicherheit gebracht.
Ein paar Stunden später kam es am Berliner Hauptbahnhof zu Auseinandersetzungen zwischen Hertha-Fans und Anhängern von Hansa Rostock. Bilanz: sechs Strafanzeigen.
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