Eigens bestellte Kunstwerke und Fassaden-Verzierungen wurden so zeitig fertig, dass sie schon jetzt die BER-Gebäude schmücken. Mitten auf der Baustelle! Andere schon fertiggestellte Kunstwerke warten auf ihren Einsatz.
Der „Sterntalerhimmel“ liegt am BER noch versteckt unter Holzplatten. Etwa 5400 Münzen aus 200 Ländern haben die Künstler Cisca Bogman und Oliver Störmer dafür gesammelt und im Boden verteilt. Wo künftig Reisende von ihren Lieben und dem Kunstwerk erwartet werden sollen, ragen jetzt noch Kabel aus der Decke. Die Anzeigetafeln sind schwarz. Erst im Herbst 2017 soll der Airport eröffnen.
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Derweil schlummern auf der Großbaustelle in Schönefeld die Werke internationaler Künstler - und warten auf ein Millionenpublikum. Für die „Kunst am Bau“ wurden eigens Wettbewerbsverfahren ausgeschrieben. Die Künstler setzten sich mit dem Thema „Luft-Land“ auseinander. Eine Experten-Jury, darunter Museumsdirektoren, wählte sechs Kunstwerke aus. Ein Budget von zwei Mio. Euro war vereinbart worden. Wie viel die Kunst genau gekostet hat, verrät die Flughafengesellschaft nicht.
Eigentlich sollten die Werke schon zum ursprünglichen Eröffnungstermin vor drei Jahren die Reisenden erfreuen. Jetzt fristen sie ein stiefmütterliches Dasein. Die große Perlenkette von Olaf Nicolai schlingt sich zwar schon um eine Fluggastbrücke – doch solange dort kein Airbus landet, wird das Kunstwerk auch nicht blinken.
Das virtuelle Kunstwerk „Gate X“ von Björn Melhus ist deaktiviert, auch die raumhohe Lichtbox des Japaners Takehito Koganezawa hinter der Sicherheitskontrolle leuchtet noch nicht.
„Natürlich ist das eine unbefriedigende Situation für einen Künstler“, sagt Oliver Störmer vom Künstlerduo STOEBO. Zeit spiele für Kunstwerke eine Rolle. „Als wir ,Sterntalerhimmel‘ 2010 konzipierten, hatten wir einen poetischen Gedanken: Da reist jemand aus einem fernen Land an und findet am Berliner Flughafen eine heimatliche Münze. Jetzt wirkt es, überlagert durch das Desaster um die Flughafeneröffnung, vielleicht wie ein Symbol für Geldverschwendung. Das war nicht unsere Absicht.“
Einen etwas prominenteren Platz hat jetzt schon der riesige fliegende Teppich der US-Amerikanerin Pae White. Der 37 mal 27 Meter große „Magic Carpet“ aus rotem Metallgewebe flattert von der Decke der noch unbenutzten Check-In-Halle. Wenigstens er ist am BER schon mal abgehoben … dpa/MOW
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