Ein Dreivierteljahr nach dem ersten Sprengstoff-Fund sieht Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke weiter Chancen, den Täter zu fassen. „Die Chancen stehen 50:50“, sagte Mörke der „Berliner Morgenpost“ (Samstag).
„Ein paar Mal haben wir uns große Hoffnungen gemacht, dass wir den Täter haben“, sagte er. Doch die Ermittlungen seien äußerst kompliziert. „Offensichtlich handelt da jemand, der hochprofessionell im Darknet unterwegs ist und seine Kommunikation mehrfach verschlüsselt“, sagte Mörke. „Aber: Wir sind auch nicht so schlecht.“ Das Darknet ist ein anonymer Bereich des Internets.
Der Polizeipräsident des Landes Brandenburg, Hans-Jürgen Mörke.
© Friedrich Bungert/dpa
Zwei weitere Sprengstoffsendungen in Berlin
Anfang Dezember 2017 war ein verdächtiges Paket am Rande des Potsdamer Weihnachtsmarkts bei einem Apotheker abgegeben worden. Darin befanden sich Hunderte Nägel, ein Feuerwerkskörper und ein verschlüsselter Erpresserbrief.
Mit der explosiven Fracht sollte der Paketdienst DHL um einen Millionenbetrag in der Digitalwährung Bitcoin erpresst werden. Bis April tauchten in Berlin zwei weitere Sprengstoffsendungen auf, die dem DHL-Erpresser zugerechnet werden.
Sonderkommission „Quer“
Bereits Anfang November war nach Angaben der Polizei ein explosives Paket an einen Online-Händler in Frankfurt (Oder) gesendet worden. Nachdem dieses beim Öffnen in Brand geraten war, wurde jedoch kein Erpresserbrief gefunden.
Beim Brandenburger Landeskriminalamt fahndet die Sonderkommission „Quer“ mit rund 50 Beamten nach dem DHL-Erpresser. Trotz Hunderter Hinweise aus der Bevölkerung wurde der Täter bisher nicht gefasst. (dpa)
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