Champions-League-Finale als Fußballfest

Barca zaubert, wackelt, trifft und siegt

Die Entscheidung gegen das tapfere Juve fällt erst spät ...

Mathias Bunkus
Lesezeit 3 Min
Das schnelle 1:0 durch Rakitic (l.), Buffon ist geschlagen.

Das schnelle 1:0 durch Rakitic (l.), Buffon ist geschlagen.

© dpa Lizenz

Die Katalanen dominieren im Finale im Olympiastadion. 3:1 (1:0) haut der FC Barcelona Italiens alte Dame Juventus Turin weg und holt zum zweiten Mal nach 2009 das Triple.

Verdient haben sie gewonnen, völlig verdient. Nur: Warum haben sie es sich so schwer gemacht? Warum müssen sie doch ein wenig bangen trotz ihrer spielerischen Überlegenheit. So einfach wäre es gewesen. So leicht und so bequem.

Mit Eleganz hätte Barca zum Titel kommen können nach dem schnellen 1:0 durch Ivan Rakitic (4.).

Juve ist geknackt, so fix und fast mühelos. Und auch noch durch Rakitic, den sie einst auf Schalke nicht mehr wollten und für läppische zwei Millionen Euro nach Sevilla wegschickten.

Wie blöd war das denn. Barca war er im Sommer 18 Millionen wert und einen Vertrag bis 2019.

Na gut, Rakitic hat geniale Vorbereiter. Lionel Messi mit einem wunderbaren Seitenwechsel auf Neymar. Der Brasilianer mit aller Rafinesse auf den in die Lücke sprintenden Andres Iniesta. Der schon hat den Treffer auf seinem Fuß.

Jeder andere hätte geschossen – nicht aber der Kapitän. Er legt nochmals quer, von wo Rakitic einklinkt.

Aber dann machen sie es doch wieder spannend. Sie haben Juve im Schwitzkasten. Die Italiener rennen bei Barcas Ballbesitz von 68 Prozent bis zur Pause fast nur hinterher.

Außer vereinzelten Nadelstichen kommt von ihnen nichts. Allein Gianluigi Buffon, mit 37 Jahren der große alte Mann im Juve-Kasten, hält seine Elf im Spiel. Selbst einen Unhaltbaren von Dani Alves kratzt er aus dem Dreiangel (13.).

Nur: Barca macht seine Chancen nicht. Das rächt sich in Minute 55. Alves verkorkst einen Einwurf, schon geht die Juve-Post ab. Claudio Marchisio glänzt mit der Hacke auf Stephan Lichtsteiner, der auf Carlos Tevez – Marc-Andre ter Stegen hält stark, doch gegen den Abstauber von Alvaro Morata hat er keine Chance. Das 1:1 (55.) fällt wie aus dem Nichts.

Nur ist Barca ein wenig selbst Schuld daran. Das wissen sie und schalten sofort wieder einen Gang höher. Messi, zuvor ein wenig in den Ball verliebt, zieht an, knallt drauf. Buffon klärt, Luis Suarez, der „Beißer“, steht dort, wo ein Mittelstürmer zu stehen hat: goldrichtig. Das 2:1 (68.) wird dem Verlauf wieder gerecht.

Erst recht mit einem dritten Tor drei Minuten später durch Neymar. Nur köpft sich der Brasilianer den Ball an die Hand – blöd, aber das Tor zählt nicht. In der siebten Minute der Nachspielzeit macht er den Sack aber doch zu.

Barca hat es, holt zum zweiten Mal das Triple. Das schaffte bisher kein anderer Klub. Und auch „unser“ Super-Torwart Marc-André ter Stegen ist „König von Europa“.

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