Frank Castorf, 25 Jahre Intendant, sei eine Maschine gewesen, die konstant gebrummt habe, sagte der Belgier. „Wir fangen mit leisen Tönen an.“ Mit Spannung und einiger Skepsis stellten Dercon und sein Team gestern die erste Hälfte des Programms für die Spielzeit 2017/2018 vor.
Von September bis Januar stehen insgesamt 16 Premieren auf dem Programm
Tatsächlich ist Castorf auch die Maschine, die gegen Nachfolger Dercon ordentlich gearbeitet hatte: Kommuniziert wurde über Anwälte, Dercon wurde nicht in die Volksbühne gelassen, es gab einen Protestbrief der Mitarbeiter. Fest steht: Der Belgier legt ab August los.
Von September bis Januar stehen insgesamt 16 Premieren auf dem Programm. Davon seien 13 Eigenproduktionen der Volksbühne, die ab dann Volksbühne Berlin heißen soll.
Zum Auftakt am 10. September wird der Franzose Boris Charmatz die Zuschauer unter dem Motto „Ganz Berlin tanzt“ auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof zum Mitmachen animieren. Ebenfalls am temporären Tempelhofer Spielort wird die Uraufführung von „Iphigenie“ (30. September) nach Euripides mit 15 syrischen Flüchtlingsfrauen gezeigt.
Eine Ära geht an der Volksbühne zu Ende. Dercon kommt im August.
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Ein Bruch ist bei der Personalplanung zu erkennen
Gespielt wird im Stammhaus am Rosa-Luxemburg-Platz, auf dem stillgelegten Flughafen, im Stadtraum – und im Internet. Es ist von Schauspiel über Performance und Musik bis Tanz ein riesiger, bunter Strauß, den die Neuen bieten. Ein thematischer roter Faden ist schwer auszumachen.
Dercons Gegner werfen ihm vor, er wolle eine „Eventbude“ aus dem traditionsreichen Haus machen. Doch der beruhigt: „Die Volksbühne bleibt ein politisches und ein sozial engagiertes Theater.“ Aber natürlich werde es einen Bruch geben.
Dieser Bruch ist bei der Personalplanung zu erkennen. Aktuell seien von 27 Ensemblestellen an der Volksbühne elf besetzt. Von diesen elf werden drei bleiben: Sir John Henry, Silvia Rieger und Sophie Rois. Am Rosa-Luxemburg-Platz herrscht traurige Abschiedsstimmung.
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