Eltern, lasst eure Kinder auf die Straßen, denn die sind die nächsten zwei Wochen sicher! RTL hat seinen TV-Knast - pardon - sein Dschungelcamp wieder eröffnet, und zumindest in dieser Zeit muss man sich keine Sorgen über unkontrollierte Peinlichkeiten und schlechte Vorbilder machen. Ein Knopfdruck genügt und schon verdunkelt sich die Flimmerkiste und damit auch jeglicher Versuch, uns optisch und verbal auf die Palme zu bringen. Schon jetzt rappelt's ordentlich im Karton und die Meute zerreißt sich die noch gestopften Mäuler über die aufgemotzte Körperstruktur einer Teilnehmerin.Dabei dürfen wir bei all dem Spaß und der Schadenfreude nicht vergessen - die Teilnahme der Sendung erfolgt freiwillig und gegen einen ordentlichen Batzen Kohle. Die wirklich Leidtragenden sind die armen Tierchen, die sich im australischen Dschungel doch ab und zu aus Versehen ins TV-Camp verirren. Stellen Sie sich vor, Sie sind eine Spinne und stehen plötzlich vor 'nem grauhaarigen explodierten Sofakissen! Eben. Nicht zu vergessen, Sonja Zietlow und Gummibärchenvegetarier Dirk "the Knutschkugel" Bach, die in spätestens einer Woche wahrscheinlich wieder den ersten stinkenden Aussteiger auf ihrem Busch-Plateau begrüßen und dabei vorgeben müssen, sich zu freuen. Irgendwie eben doch wie im richtigen Großstadt-Dschungelleben.Eine herzliche Runde Mitleid sei also durchaus angebracht, wenn wir es uns dann nicht verkneifen können, bei einer Tüte Chips mit Bier ins TV- Down-under zu schielen.Downunder heißt ja im Grunde nichts anderes als "drunter und drüber" und das gibt's bei Hempels untern Sofa auch ab und zu.------------------------------Schauspielerin und TV-Moderatorin Ruth Moschner schreibt jeden Freitag im Berliner KURIER
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