Wer an der Ecke Siegfriedstraße/Fanningerstraße in Lichtenberg wohnt, kennt das Geräusch inzwischen im Schlaf. Werktags von früh bis Mitternacht quietschen dort die Straßenbahnen der BVG durch die engen Kurven. Anwohner klagen seit Jahren über den Lärm. Ein rasches Ende ist nicht in Sicht. Jetzt zeigt eine Antwort des Senats, wie lange die BVG es in Lichtenberg quietschen lässt.
Warum die Straßenbahn in Lichtenberg quietscht
Die SPD-Abgeordnete Tamara Lüdke hat aktuell in einer Schriftlichen Anfrage nachgefragt, wann sich an der Lärmquelle („werktags 4 Uhr bis 24 Uhr“) endlich etwas ändert. Die Antwort der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt fällt gemischt aus.
Die gute Nachricht: Die Gleisanlagen in der Fanningerstraße selbst hat die BVG bereits 2024 saniert. Die schlechte: Ausgerechnet die Kreuzung Siegfriedstraße/Fanningerstraße, wo es laut Anfrage besonders laut quietscht, ist noch nicht dran. Neue Schienen dort sind laut BVG-Angaben „derzeit für das Frühjahr 2027 vorgesehen".
Neue Schienen erst 2027
Grund für die Verzögerung: Die Kreuzung hängt an einem deutlich größeren Vorhaben – der geplanten Umgestaltung der Endhaltestelle am S- und U-Bahnhof Lichtenberg, die die BVG als eines ihrer sogenannten Herzensprojekte führt. Erst mit einem eigenen Planfeststellungsverfahren dafür kann die BVG die dann überflüssigen alten Gleisabschnitte offiziell entwidmen.
SPD-Abgeordnete Tamara Lüdke
© Emmanuele Contini/imago
Laut Senatsverwaltung werden dafür derzeit die nötigen Gutachten aktualisiert; die Eröffnung des Planverfahrens sei „noch vor Jahresende" angestrebt. Bis zum eigentlichen Baubeginn und damit bis zu den neuen, leiseren Schienen an der Kreuzung dürfte es also noch dauern.
Tempolimit statt Lärmschutzwand
Bis dahin setzt die BVG auf Zwischenlösungen. Schweiß- und Schleifarbeiten an den vorhandenen Schienen sollen den Lärm beim Befahren in der Zwischenzeit begrenzen. In den engen Kurven Siegfriedstraße/Fanningerstraße und Fanningerstraße/Gudrunstraße gilt bereits seit Längerem ein Tempolimit von 15 Kilometern pro Stunde.
Lärmschutzwände hat die Verwaltung dagegen geprüft und für die dicht bebaute Innenstadtlage wieder verworfen. Sie seien dort „nicht als zielführend" eingeschätzt worden.
Auffällig: Eigene Messungen, wie laut es an der Fanningerstraße tatsächlich wird, hat die Senatsverwaltung nach eigenen Angaben bislang nie durchführen lassen – und plant das laut ihrer Antwort auch weiterhin nicht. Wie stark Anwohner wirklich durch Lärm und Erschütterungen belastet sind, bleibt damit unklar.
Teerarbeiten am Strassebahngleis Allein 2025 gab die BVG für die Ausbesserung und Sanierung von Gleisen über 27 Millionen Euro aus.
© Jochen Eckel/imago
Informiert wurden Anwohner und Gastronomen bislang über eine digitale Bürgerinformationsveranstaltung im Juni 2022 sowie seit 2025 über Angaben auf der BVG-Website. Vor dem eigentlichen Baubeginn an der Kreuzung will die BVG laut Senat noch einmal gezielt informieren.
Für die Nachbarschaft bedeutet das vor allem eines: Die eigentliche Lärmquelle, die abgenutzte Kreuzung, wird nicht isoliert und vorgezogen repariert, sondern erst im Zuge des größeren Umbaus der Endhaltestelle Lichtenberg.
Planverfahren verögert rasche Hilfe
Bis das Planverfahren dafür überhaupt eröffnet ist, bleibt es bei den bereits laufenden Sofortmaßnahmen – und bei den Informationen, die die BVG online zu ihrem Projekt bereitstellt.
Für alle, die an der Strecke wohnen oder arbeiten, heißt das im Klartext: Der große Umbau der Lärm-Kreuzung Siegfriedstraße/Fanningerstraße kommt frühestens im Frühjahr 2027, das Planverfahren dafür soll noch in diesem Jahr starten. Bis dahin bleibt es beim Tempolimit, den Schleifarbeiten – und dem Quietschen im Kiez
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