Es ist 11.44 Uhr. Laut Fahrplan sollte der 893er bereits um 11.33 Uhr abfahren. Doch der Bus nach Zepernick ist schon beim Start am Prerower Platz (Hohenschönhausen) viel zu spät. Schuld ist unter anderem eine Mega-Baustelle an der Kreuzung, die der Bus umfahren muss, um zum Start zu kommen. Kein Wunder, dass auf dem Haltestellenanzeiger steht: „Bus 893: Einige Abfahrten können aus technischen Gründen nicht angezeigt werden.“
Die Fahrt durch Baustellen sorgt beim 893er oft für seine Verspätungen. Hier muss er sich am Prerower Platz über eine Baustellen-Kreuzung quälen.
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Die Fahrgäste an der Haltestelle ertragen im stillen Frust die Verspätung. „Wir haben uns an das Warten gewöhnt, auch an die Busausfälle“, sagt Liane Müller (62), die mit Mann Peter (75) zum Klinikum Buch muss. „Es ist ärgerlich, wenn man zum Arzttermin nicht pünktlich ist. Aber die Busfahrer können nun mal nichts gegen Baustellen und Staus ausrichten.“
Mit einer Pünktlichkeitsquote von 72,9 Prozent liegt der 893er auf Rang zwei der aktuellen Bummel-Bus-Hitliste. Nur der X49 (von Messe Berlin nach Staaken) war mit 71,3 Prozent schlimmer. Das kam vor allem durch den Neubau der Freybrücke auf der Heerstraße.
Der 893er braucht für seine Tour nach Zepernick laut Fahrplan 48 Minuten. Doch ein Busfahrer sagt: „Oft werden es anderthalb Stunden. Dafür sorgen Staus auf der B2 und Baustellen wie die am S-Bahnhof Buch, die bis 2019 dauern wird.“
Das sagen die Berliner
Krankenschwester Heike Hollweck (49) fährt mit dem 893er zum S-Bahnhof Buch. „Ärgerlich, dass der Bus durch eine Mega-Baustelle muss, das kostet viel Zeit.“
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Verspätungen, Ausfälle beim 893er-Bus: Davon kann Fahrgast Liane Müller (62) ein Klagelied singen. „Baustellen und Staus auf der Strecke sorgen dafür“, sagt sie.
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Zu viele Baustellen, zu viel Verkehr sorgen auch für Probleme bei den Linien M48 (Mitte-Zehlendorf), 106 (Wedding-Schöneberg). Oder beim TXL, der deshalb im Sommer erst vom Hauptbahnhof statt vom Alex fährt, um so Fahrgäste einigermaßen pünktlich zum Flughafen bringen zu können. Dazu parken Berliner mit ihren Autos frech die Buslinien zu – wie auf der Hauptstraße (Schöneberg). „Es ist eines unserer Hauptprobleme“, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz.
Die elf Minuten Verspätung wird der 893er bis zum Klinikum Buch nicht einholen. Dabei kann er auf dem Brandenburger Teil der Strecke sogar Tempo 70 fahren. Doch kaum in Fahrt, wird er oft von roten Ampeln gestoppt. Das Problem mit den Vorrangschaltungen, die kaum klappen: Darüber ärgert sich nicht nur die BVG. Auch Krankenschwester Kerstin Reimann (49). „Wie ich fahren viele meiner Kollegen mit diesem Bus nach Buch, kommen oft zu spät zum Dienst.“
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