Manche Gerichte überzeugen gerade durch ihre Schlichtheit – der Buttermilchgetzen, der unter anderem im Erzgebirge bekannt und beliebt ist, gehört ohne Frage dazu. Nie gehört? Es handelt sich dabei um einen ganz besonderen Auflauf. Fein geriebene, rohe Kartoffeln werden mit Buttermilch zu einer Art Mus verrührt und über ausgelassenen Speck in den Ofen gegeben. Beim Backen steigt der Speck an den Rand nach oben, während sich die Kartoffelmasse zu einer festen, oben knusprigen Schicht verwandelt. Ein Rezept, das nach echter Hausmannskost schmeckt und erstaunlich unkompliziert in der Zubereitung ist.
Buttermilchgetzen: Was steckt hinter diesem Namen?
Entscheidend für das Gelingen ist die richtige Reibe: Die Kartoffeln müssen wirklich sehr fein gerieben werden, sodass eine musartige Masse entsteht – eine grobe Streifenreibe eignet sich hier nicht. Nur so wird der Getzen nach dem Backen schön gleichmäßig und bekommt die richtige Konsistenz. Ein weiterer Vorteil: Der Getzen schmeckt auch am nächsten Tag noch kalt sehr gut, falls einmal etwas übrig bleibt. Das macht ihn ideal zum Vorkochen oder für die Resteverwertung.
Den Buttermilchgetzen können Sie übrigens mit den unterschiedlichsten Zutaten verfeinern. Streuen Sie frische Kräuter darüber oder reichen Sie dazu etwas Kräuterquark. Oftmals wird auch apfelmus als traditionelle Beilage gereicht, denn das süße Püree schmeckt zum deftigen Kartoffelauflauf mit salzigem Speck toll!
Der Kartoffelauflauf kann auch eine wunderbare Beilage zu verschiedenen Fleischgerichten sein. Oder sie essen den besonders deftigen Auflauf einfach so und lassen sich davon direkt in Omas Küche zurückbeamen – denn auch sie liebte traditionelle Gerichte wie dieses.
Der Buttermilchgetzen wird im Ofen gebacken, bis er oenauf eine knusprige Kruste hat. Einfach lecker, dieser ganz besondere Kartoffelauflauf!
© Illustration: Berliner KURIER/KI
Woher der Begriff „Getzen“ kommt, ist übrigens nicht vollends geklärt. Er scheint allerdings älter zu sein als das erzgebirgische Gericht selbst. Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm gibt es den Eintrag „getze, getzen“. Dort wird „Getzen“ ausdrücklich als Bezeichnung für ein einfaches Gericht aus Mehl, Eiern und Milch, das in der Pfanne gebacken wird, nachgewiesen. Viel Freude mit dem Rezept!
Zutaten für Erzgebirgischen Buttermilchgetzen
Sie brauchen: 1 kg Kartoffeln, 500 ml Buttermilch, 100 g Speck, Salz
Zubereitung: So bereiten Sie Buttermilchgetzen vor
Schälen Sie die Kartoffeln und reiben Sie sie mit der Hand oder einer Küchenmaschine sehr fein, sodass eine musartige Masse entsteht. Würfeln Sie den Speck und lassen Sie ihn in einem Bräter oder einer großen Auflaufform aus.
Geben Sie die Buttermilch zur Kartoffelmasse, würzen Sie mit 1 bis 2 Teelöffeln Salz nach Geschmack und rühren Sie gut durch. Gießen Sie die Masse über den ausgelassenen Speck im Bräter, sodass die Speckwürfel am Rand nach oben steigen.
Backen Sie den Getzen im Backofen bei etwa 200 Grad Umluft oder 230 Grad Ober- und Unterhitze rund 40 bis 50 Minuten, bis die Oberfläche schön braun und knusprig wird. Als Beilage passt Apfelmus hervorragend dazu – süß-säuerlich trifft auf deftig, und aus dem einfachen Ofengericht wird eine vollwertige Mahlzeit.
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