Buschbrände in Australien

Jäger rettet Koalas aus verkohlten Buschländern

Patrick Boyle sucht nach verletzten und dehydrierten Tieren, bringt sie ins Tierheim.

Olga Bobileva
Lesezeit 2 Min
Opfer von Buschbränden: Dieser Koala hat überlebt und erholt sich von seinen Brandverletzungen. 

Opfer von Buschbränden: Dieser Koala hat überlebt und erholt sich von seinen Brandverletzungen. 

© AFP

23 Tote, zahlreiche Vermisste, Millionen verendete Tiere

Die Flammen fraßen sich bisher durch mehr als fünf Millionen Hektar Land, was ungefähr der anderthalbfachen Fläche Belgiens entspricht. Die Zahl der Toten stieg inzwischen auf 23, mehrere Menschen werden außerdem vermisst. Doch nicht nur die Menschen, auch die Natur und die Tiere leiden unter den verheerenden Buschbränden. Nach Einschätzungen von Wissenschaftlern der Universität Sydney sollen bisher Hunderte Millionen Säugetiere, Reptilien und Vögel verendet sein. Ein junger Mann aus Mallacoota, einem australischen Küstenort, bei dem die Buschfeuer verheerende Spuren hinterlassen haben, will dagegen ankämpfen und rettet verletzte Koalas und andere Wildtiere aus verkohlten Buschländern. Die ungewöhnliche Rettungsmission wurde populär, weil die Schwägerin Patrick Boyles Fotos der ungewöhnlichen Rettungsmission in den sozialen Medien postete. 

Die Geschichte begann damit, dass Patrick Boyle überlegte, wie er einen Beitrag in seiner Gemeinde leisten kann. Da er Jäger ist, lag es für ihn nahe in den Busch zu gehen, sagte er Reportern des australischen Frühstücksfernsehens "Today". In dem verkohlten Buschland im australischen Bundesstaat Victoria stieß er gleich bei seiner ersten Rettungsmission auf ein hilfloses Tier: "Ich fand sofort einen verletzten Koala und brachte ihn in das Mallacoota-Tierheim". Anschließend ging Boyle zurück in den Busch und fand ein verletztes Beuteltier nach dem anderen. "Einige von ihnen sind besser dran als andere. Einige sind nur dehydriert und geschockt. Andere sind wirklich verbrannt und traumatisiert. Anderen [...] fällt es schwer, Blätter zu essen und zu trinken", berichtet er den "Today-Reportern. 

Boyle ist froh, dass er den verletzten Tieren helfen konnte und ergänzt: "Die Leute im Tierheim machen einen wirklich guten Job und tun, was sie können - trotz der kleinen Ressourcen, die sie haben."

Doch Boyles Rettungsmissionen sind nicht immer von Erfolg gekrönt. Bei seinen Streifzügen durch den Busch ist er bereits auf über zehn tote Koalas gestoßen, für die jede Rettung zu spät war.

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