Wer sich seinen Döner derzeit zum Beispiel in Lichtenberg holt, staunt nicht schlecht. Denn zwischen Drehspieß, Knoblauchsoße und Rotkraut wartet plötzlich ein Karriereangebot. Das Dönerpapier kommt in Tarnfarben daher, Werbebotschaft inklusive: „Einmal Karriere mit alles“.
QR-Code auf Dönertüten führt direkt zur Bundeswehr-Karriere
Auflösung: Die Bundeswehr nutzt Dönerläden als Jobbörse und wirbt dort um potenzielle Arbeitskräfte. Auf dem Papier, in das der Döner eingewickelt wird, steht ein QR-Code. Er führt auf die Seite bundeswehrkarriere.de, auf der bundesweit Soldatinnen und Soldaten für den Sanitätsdienst gesucht werden.
Das Verteidigungsministerium teilt auf Nachfrage mit, man suche potenzielle Bewerber dort, wo sie ihren Alltag verbringen – von Social Media bis zum Bahnhof. Oder eben im Dönerladen. Eine Sprecherin erklärt: „Mit einer Vielzahl an Werbemitteln erreichen wir nicht nur junge Menschen in der Berufsorientierungsphase, sondern auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sowie Fachkräfte, die sich beruflich verändern wollen und sich eine Perspektive bei der Bundeswehr vorstellen können. Zu diesem Portfolio gehören auch sogenannte Ambient-Maßnahmen. Darunter fallen die Dönertüten.“
Interessanter Job? Sanitätskräfte der Bundeswehr versorgen beim Tag der Bundeswehr im Juni 2026 in Weißenfels einen simulierten Verwundeten.
© MARVIN MOEBIUS/IMAGO
Doch was erhalten die Imbissbetreiber für die Werbeaktion? Nichts. Das Verteidigungsministerium: „Die Betreiber der Imbisse stimmen der Nutzung der zur Verfügung gestellten Werbemittel und damit der Verteilung freiwillig zu. Die Lokale erhalten die gebrandeten Verpackungen kostenfrei.“
Im Internet sind 4000 Dönertüten bereits für etwas mehr als 30 Euro zu haben. Diese Ausgabe sparen sich die Imbisse. Auch wenn der finanzielle Vorteil überschaubar ist: Profitieren können beide Seiten. Die Bundeswehr erhält Aufmerksamkeit, die Dönerläden bekommen ihre Verpackungen kostenlos.
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Wie erfolgreich diese Art der Nachwuchswerbung tatsächlich ist, lässt sich nur schwer beziffern. Direkte Zusammenhänge zwischen einzelnen Werbemaßnahmen und späteren Bewerbungen kann die Bundeswehr nach eigenen Angaben nicht nachweisen. Berufsorientierung dauere oft Monate oder sogar Jahre, zudem beeinflussten zahlreiche weitere Faktoren die Entscheidung für einen Beruf, heißt es.
Festhalten lässt sich jedoch: Bei Bewerbungen und Einstellungen meldete die Bundeswehr zuletzt neue Höchststände und zweistellige Wachstumsraten. Vielleicht war darunter ja auch der eine oder andere Dönerfreund ...
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