Zwei Freunde sitzen acht Monate später vorm Richter: Sherif M. (28) und Stoyan S. (30). Sie wirken wie wissbegierige Studenten. Sherif M. säuselte: „Ich habe schon viele Fehler gemacht, an dem Überfall aber war ich wirklich nicht beteiligt.“ Er brachte einen ominösen Mann aus Lettland ins Spiel: „Ich hatte ihn damals aufgenommen, er war einer der Täter, trug meine Handschuhe.“
Vier Maskierte tauchten in dem Juwelier-Geschäft auf. Einer hatte Reizgas. Hinterm Tresen eine Frau (46). Sie bekam sofort Gas ins Gesicht. Als sie den Alarmknopf drücken wollte, drosch einer der Kerle zu. Sie ging zu Boden. Mit gebrochener Nase, schmerzendem Hals. Die Räuber zertrümmerten die Vitrinen, steckten Schmuck ein.
Ein roter Twingo heulte auf – ein gestohlenes Auto. Für die Räuber der Fluchtwagen. Wie die Wilden rasten sie aus der Breiten Straße. Sie kamen allerdings nur ein paar Straßen weit, landen dann auf einem Park-Gelände. Nach der Pleite fackelten sie das Auto ab und hauten ab.
Die Polizei setzte bei ihrer Sofort-Fahndung sogar einen Hubschrauber ein. Das Quartett aber entkam mit Beute. Es sah nach einem glatten Coup aus. Doch die Ermittler entdeckten am ausgebrannten Twingo einen Handschuh, der sie zu M. führte.
Der Mann aus Charlottenburg fiel schon als Kind kriminell auf. Wenn M. nach einer Motorrad-Fahrt ist, klaut er sich mal eben eine Maschine. So war es im März. Am 24. Juni soll er dann zum Räuber geworden sein. Es drohen mindestens fünf Jahre Haft. Fortsetzung: Dienstag. KE.
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