Alt-Kanzler Adenauer (1876-1967, CDU) machte einen entsprechenden Vorschlag, schlug ein Tauschgeschäft vor. Der geplante Geheimdeal, Adenauer fädelte ihn während der Zeit des Mauerbaus ein, wandte sich an die US-Regierung von John F. Kennedy (1917-1963). Die solle den Sowjets das Angebot machen, West-Berlin gegen Thüringen, Gebiete um Schwerin und Leipzig zu verschachern. Das geht aus Dokumenten hervor, die jetzt von der Bundesregierung freigegeben wurden, berichtet der „Spiegel“. Während des Zweiten Weltkrieges hatten Briten und US-Amerikaner das Land erobert, es für die Sowjets (für ein freies West-Berlin) wieder geräumt.
Adenauer stieß auf taube Ohren, weil die DDR bedeutende Industriegebiete verloren hätte. Für die Bundeshauptstadt Bonn, so die damalige Meinung im Kanzleramt, wäre es ein „vorteilhafter Tausch“ gewesen. Die Sowjets sahen’s ähnlich und lehnten ab. Schlitzohr Adenauer hatte offenbar nicht nur ein „gutes Geschäft“ im Kopf, sondern befand sich 1961 im Bundestagswahlkampf. Kanzlerkandidat der SPD war Willy Brandt (1913-1992), der das Amt des Regierenden Bürgermeisters von West-Berlin innehatte. Adenauer wollte Brandt offenbar brüskieren, brauchte neun (!) Tage, bis er nach Mauerbau nach Berlin reiste. Er fürchtete, dass die Lage in Berlin „eskaliert“. SCHA
Das Essener Paar Christiane Schulte-Himmelpforten (50) und Ludger Tismer (50) hat noch in der Schule gelernt, dass es nie eine Wiedervereinigung geben wird. „Umso grandioser ist es doch für uns, dass wir das erleben durften.“
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Der pensionierte Richter Burkhard Hegermann (73) :„In meinem Kopf gibt es keine Mauer“, sagt der Steglitzer. „Wenn wir früher nach Potsdam wollten, waren wir mit Kontrollen fast 5 Stunden unterwegs. Heute dauert es 25 Minuten und das genießen wir.“
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Pilar Sojo Sojo (37, r.) und Heike Koepchen (38) kommen aus der „Topographie des Terrors“-Ausstellung. Die Nordrhein-Westfälinnen haben keine Mauer mehr im Kopf. „Heute ist ein Werteverlust spürbar. In jeder großen Stadt gibt es schöne und schlechte Gebiete. Mit Ost und West hat das nichts mehr zu tun.“
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Familie Klingert aus Würzburg ist zum ersten Mal im Osten. „Wir haben unseren Kindern Noah (9) und Josephina (11) erklärt, was überhaupt die Mauer war. Die Mauer in unseren Köpfen ist weg, aber die Geschichte interessiert uns.“
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Der 15-jährige Johannes Kirsten aus Dresden besucht Berlin. Er hat die DDR nicht mehr erlebt: „Ich kenne alles nur vom Hörensagen. Meine Großeltern erzählen oft davon, aber ich verbinde damit nichts mehr.“
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Für Thomas Matthes (41) aus Dresden werden die Unterschiede zwischen West und Ost immer geringer. „Ich bin Sportler, da vermischt sich alles“. Der Dresdner hat gleich nach der Wende in West-Berlin studiert.
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„Wie kann man heute die Mauer nicht im Kopf haben“, fragt Monika Stapenhorst. Sie meint das aber nicht trennend. „Unter Hundebesitzern reden wir viel darüber, warum die Mauer gebaut wurde. Man darf das nicht vergessen.“
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Julia Gronenborn aus Köln (34) lebte 7 Jahre in Berlin. „Bei meinen Eltern gab es noch lange eine Mauer. Meine Mutter wollte an die Ostsee, mein Vater nie in den Osten. Als sie vor ein paar Jahren dort waren - große Begeisterung.“
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KFZ-Meister Henry Becker (48) hat seinen Wehrdienst direkt an der Grenze abgeleistet. „Auch heute sagen wir noch, dass wir rüber fahren. Nach wie vor finde ich Ostdeutsche viel offener“, sagt der Nordhausener.
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„In Freyenstein sagen immer noch alle, dass wir Ossis sind“, sagt die Verkäuferin Simone Maertens (41). Sie findet den Zusammenhalt stärker. „Und es kann nicht sein, dass wir für die gleiche Arbeit weniger Geld bekommen!“
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Kein Ruhe: Mauerweg vor der Haustür An die Berliner Mauer hat Angela Sabottka (27) keine Erinnerung. Die Sozialarbeiterin wohnt mit ihrer Familie in einer Drei-Zimmer-Wohnung im Ost-Teil von Pankow – für 723 Euro. Erst kürzlich wurde diese um drei Prozent erhöht. Daran, dass es hier früher mal eine Mauer gab, erinnern heute nur noch die Touristen. „Denn vor dem Haus läuft der Mauerweg entlang, vor der Haustür ist deshalb immer richtig viel los.“
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Einmal in den Osten und wieder zurück Groß geworden ist Marion Brauschke (32, links) in der Zille-Siedlung in Moabit. „Ich erinnere mich noch, dass meine Mutter mit mir oft in den Osten gefahren ist, dort war immer alles sehr grau.“ Später zog die Altenpflegerin in den Osten von Pankow, 2007 zurück nach Moabit. „Ich kam mit den Leuten in Pankow nicht klar, vermisste meine Heimat.“ Für ihre Drei-Zimmer-Wohnung, die sie mit Sohn Miguel (10) bewohnt, zahlt sie bisher konstant 605 Euro.
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Gute Lage, aber das Leben wird teurer Seit sechs Jahren wohnt Musiker Chakuza (so sein Künstlername) in Kreuzberg, auf der Westseite der ehemaligen Berliner Mauer. „Es ist echt gut hier. Man hat alles, was man braucht, es gibt gute Spätis, gutes Essen.“ Für seine 145 Quadratmeter große Wohnung (vier Zimmer) zahlt der 30-Jährige stolze 1050 Euro. „Die Mieten sind hier in der Zeit noch nicht gestiegen, aber sonst wird vieles teurer. Die vielen Touristen treiben die Preise hoch!“
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Monika Werth lebt seit 54 Jahren im Ostteil Monika Werth (78) zeigt ihre Ost-Wohnung in Mitte – seit 1957 wohnt die Rentnerin hier! „Ich habe miterlebt, wie die Mauer gebaut wurde. Angst hatte ich aber keine, ich habe das damals akzeptiert.“ Früher kostete die Wohnung 50, 60 Euro. Heute sind es rund 1200 Euro für vier Zimmer. Werth: „Ich würde auch nicht hier wegziehen, ich kenne und liebe hier einfach alles!“
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Miete stieg: Von 43 Mark auf 397 Euro Kurz nach dem Mauerbau ist Adelheit Weber (76) in ihre gemütliche Drei-Zimmer-Wohnung im Osten von Treptow gezogen, mit direktem Blick auf die Mauer. „Ich konnte immer sehen, wenn jemand aus dem Osten geflohen ist“, sagt sie. Zu DDR-Zeiten kostete die Miete nur 43 DDR-Mark. Heute zahlt sie 397 Euro warm für ihre 54 Quadratmeter.
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Die Lohmühlenstraße in Alt-Treptow, 1988 und 2011 verschmolzen durch den KURIER-Grafiker. Wo heute Touristen-Boote über die Spree tuckern, war früher absolutes Todes-Gebiet.
© Berliner Mauer Archiv/Hagen Koch/Lebie (Montage: saba) Lizenz
Der Übergang in der Invalidenstraße 1988 und 2011. Der KURIER-Grafiker fügte die Fotos aus beiden Jahren zusammen – viel verändert hat sich nicht.
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Im Café Adler trafen sich Spione, Informanten und Journalisten. Aus dem eigentlich abrissreifen Gebäude hörte die CIA den Osten ab.
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Der „verschmolzene“ Blick von der Oberbaumbrücke auf das Ost-Ufer. Rechts die alten Grenzanlagen, links der nach der Wende sanierte Speicher.
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Die Platte an der Ecke Voßstraße/Wilhelmstraße wurde 1988 errichtet. Der KURIER-Grafiker ließ Heute und Damals in einem Foto verschmelzen.
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In Schwarz-Weiß: die Sebastianstraße auf der Westseite der Mauer im Jahre 1988. In Farbe: Ingeborg Skiba schaut 2011 von ihrem Balkon im Osten auf die Sebastianstraße.
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