Brennpunkt in Schöneberg

Darum wirft diese Schul-Direktorin hin

Nach fünf Jahren beklagt Doris Unzeitig: „Die Situation geht an meine Gesundheit“

Martin Klesmann
Lesezeit 2 Min
Doris Unzeitig hatte privaten Wachschutz an ihre Schule geholt. Sie hatte sich mehr Unterstützung von Schulamt und Bildungsverwaltung erhofft.  

Doris Unzeitig hatte privaten Wachschutz an ihre Schule geholt. Sie hatte sich mehr Unterstützung von Schulamt und Bildungsverwaltung erhofft.  

© AKUD/Lars Reimann

Die Schöneberger Spreewald-Grundschule muss sich erneut eine Schulleitung suchen. Doris Unzeitig hat nach fünf Jahren gekündigt. „Ich arbeite noch bis zum 7. September hier, dann gehe ich zurück nach Österreich“, sagt sie dem KURIER. Sie habe in Berlin nicht die Unterstützung für ihre Schule erhalten, die sie sich gewünscht hätte.

Brennpunkt-Schule mit schwieriger Schüler-Klientel

Doris Unzeitig hatte sich schon im März nicht anders zu helfen gewusst, als einen privaten Wachdienst an ihre Schule zu holen. So sollten auch Schulfremde am Betreten des weitläufigen Areals gehindert werden. Auch trafen sich viele Eltern mit Verwandten auf dem Schulhof.

Die Schule im Schatten des früher sogenannten Schönberger „Sozialpalastes“ gilt als Brennpunkt-Schule mit schwieriger Schüler-Klientel. Es gab oft Probleme: Immer wieder mussten Kinder vom Essen ausgeschlossen werden – weil Eltern auch den bereits reduzierten Essensbeitrag nicht bezahlten.

Eine Gegensprechanlage zum besseren Schutz des Schulgebäudes war ihr vom zuständigen Schulstadtrat zunächst verwehrt worden. Doris Unzeitig sagte, sie hätte sich gewünscht, dass man gegen immer wieder verhaltensauffällige und gewaltbereite Schüler konsequenter vorgehen dürfte.

„Die Situation geht an meine Gesundheit“

Auch bemängelt sie, dass die Schule zum neuen Schuljahr nicht über das benötigte Personal verfüge. „Es sind weiter Stellen offen“, sagt sie. Es gibt viele Quereinsteiger. Zuletzt sollte sie pädagogische Unterrichtshilfen statt Lehrer einsetzen. Probleme gab es zudem mit dem Brandschutz. Das Hortgebäude mit Mensa steht seit langer Zeit leer, weil ein Fluchtweg fehlt.

„Die Situation geht auch an meine Gesundheit“, sagt die Schulleiterin. Nach ihrer Kündigung schickte die Bildungsverwaltung Doris Unzeitig sofort den Auflösungsvertrag. Sie geht in die Nähe von Salzburg.

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