Brandstiftung

Die Flüchtlinge schliefen, als die Feuerteufel kamen

Laut Zeugen warfen sie einen Molotowcocktail durchs Fenster des Wohn-Containers

Alexander Schmalz Eric Richard
Lesezeit 2 Min
Der Brand breitete sich über die Fassade bis in die zweite Etage aus. Sechs Flüchtlinge verletzten sich. 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Der Brand breitete sich über die Fassade bis in die zweite Etage aus. Sechs Flüchtlinge verletzten sich. 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

© Eric Richard 

Der rechte Hass bleibt hartnäckig. Allein im ersten Halbjahr 2016 gab es in Berlin 30 Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte. In der Nacht zu Montag kam einer hinzu, der traumatisierte Familien im Schlaf überraschte. 

Um 3.09 Uhr alarmierten Bewohner die Feuerwehr, nachdem sie 46 Feuerlöscher geleert hatten. „Sie wollten den Brand selbst löschen. Als die 80 Einsatzkräfte eintrafen, stand ein Raum im Erdgeschoss bereits komplett in Flammen“, sagt Feuerwehrsprecherin Bianka Olm. Innerhalb weniger Minuten breitete sich das Feuer über die Fassade auf Wohnungen in den beiden Etagen darüber aus. Sechs Bewohner erlitten Rauchgasvergiftungen. 

Völlig geschockt gaben Zeugen an, kurz zuvor jemanden beobachtet zu haben, der um die Wohncontainer geschlichen sei. Dann soll ein Brandsatz durch ein Fenster im Erdgeschoss in den Raum für die Kinderwagen geflogen sein. Dass es sich genau so zugetragen hat, wollte die Polizei zunächst nicht bestätigen. Sicher ist: „Es wird von einer vorsätzlichen Brandstiftung ausgegangen“, so eine Polizeisprecherin. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Der Morgen nach dem Brand: Die leeren Feuerwehrlöscher, mit denen die Bewohner den Brand löschen wollten, stehen aufgereiht vor der Tür. 

Der Morgen nach dem Brand: Die leeren Feuerwehrlöscher, mit denen die Bewohner den Brand löschen wollten, stehen aufgereiht vor der Tür. 

© Eric Richard

Derweil müssen 170 der insgesamt 300 Flüchtlinge die Unterkunft verlassen. Der Brand hatte den Hauptanschluss für die Stromversorgung zerstört. Zudem sind die Gerüche durch das Feuer unzumutbar. 

Die Flüchtlingsunterkunft „Refugium Buch“ besteht aus drei Häusern und bietet Platz für mehr als 500 Geflüchtete.

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