Brandanschlag auf Flüchtlingsheim

Der NPD-Mann und die Wanze im Auto

Ministerium bestreitet, dass der Brandstifter bereits zur Tatzeit observiert wurde.

Jens Blankennagel
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Ein Justizbeamter nimmt dem früheren NPD-Politiker Maik Schneider im Gerichtssaal die Handschellen ab. (Archivbild)

Ein Justizbeamter nimmt dem früheren NPD-Politiker Maik Schneider im Gerichtssaal die Handschellen ab. (Archivbild)

© Bernd Settnik/dpa

Es geht um die Nacht zum 25. August 2015, damals haben fünf Rechtsextremisten in Nauen eine Turnhalle angezündet, weil dort Flüchtlinge untergebracht werden sollten. Zwar wurde niemand verletzt, aber der Sachschaden betrug 3,5 Millionen Euro. 

Im August brannte das geplante Asylheim. 

Im August brannte das geplante Asylheim. 

© dpa

Sender im Rücklicht des VW-Busses von Maik Schneider

Die Täter wurden verurteilt, der Haupttäter, der ehemalige NPD-Politiker Maik Schneider, ging in Revision gegen seine Verurteilung. Nun läuft der zweite Prozess gegen ihn. Dort machte er nun öffentlich, dass er im Dezember 2015 einen Peilsender in seinem VW-Bus gefunden hat.

„Weil das Rücklicht seines Fahrzeuges defekt war, wollte er es reparieren und fand den Peilsender“, sagte sein Verteidiger Sven-Oliver Milke am Donnerstag der Berliner Zeitung. Das war vier Monate nach dem Brandanschlag. „Die entscheidende Frage ist, ob er bereits zur Tatzeit vom Verfassungsschutz überwacht wurde.“

Der Verteidiger behauptet: „Ich gehe mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass er bereits seit Februar oder März 2015 unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stand.“

Milke sieht zwei Gründe: Zum einen wurden damals V-Leute abgezogen und die NPD-Chefs nicht mehr überwacht, um das Verbotsverfahren gegen die rechtsradikale Partei nicht zu gefährden. Der Verteidiger geht davon aus, dass dann mehr „untere“ NPD-Leute wie etwa Schneider überwacht wurden. Dieser sei auch in der Neonazi-Gruppe „Freie Kräfte Oberhavelland“ aktiv gewesen, die ganz sicher überwacht worden sei.

Das sind die Behauptungen des Verteidigers, über die man sich im Innenministerium ärgert und die sehr entschieden dementiert werden. „Ja, der GPS-Sender wurde entdeckt“, sagte Ingo Decker vom Innenministerium. Schneider als Abgeordneter der NPD sei durchaus vom Verfassungsschutz überwacht worden. „Aber gegen Maik Schneider liefen im Vorfeld und zum Zeitpunkt des Anschlags auf die Sporthalle in Nauen keine nachrichtendienstlichen Maßnahmen“, so Decker. „Polizei und Verfassungsschutz hatten im Vorfeld der Tat keine Hinweise auf einen bevorstehenden derartigen Anschlag durch Maik Schneider und dessen Umfeld.“

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