„Saubere Angebote, wie das Großbordell Artemis sind okay. Das Problem sind Straßenstriche und ihre Begleitkriminalität!“, äußerte sich der entwicklungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus Stefan Evers (33) auf KURIER-Anfrage. Er wünscht sich die Verbannung der Prostitution von Berlins Sex-Meilen wie Kurfürstenstraße oder Oranienburger Straße.
Einer anderen Zeitung gegenüber äußerte er sogar die Zahl von Wohnungsbordellen einzudämmen, um dort Platz für normalen Wohnraum zu schaffen. Das Einrichten separater „Lustviertel“ könne sich Evers jedoch nicht vorstellen, da sich die Prostitution und ihre Kriminalität nur dorthin konzentrieren würde. Evers: „Am Ende läuft alles auf ein Verbot hinaus. Dem muss man bei Verstößen eben mit Sanktionen und Präventionsmaßnahmen entgegentreten.“
Ganz so optimistisch ist seine Parteikollegin Monika Thamm (CDU, Schöneberg-Tempelhof) nicht. Sie hat ernsthafte Zweifel an der Wirkung von Präventionen. „Die Mädchen auf der Straße entscheiden sich doch nicht zwischen Hure oder Blumenhändlerin. Das ist ein kriminell organisierter Wirtschaftszweig“, so Thamm.
Weniger als 40 Gewerbeanmeldungen für Prostituierte gibt es in Berlin. Ihre tatsächliche Zahl wird aber auf über 8000 geschätzt. Bis jetzt hält Evers ein Verbot städteplanerisch für schwer umsetzbar. Sein Hauptproblem: Prostituierte würden dann auf ihre Gewerbefreiheit pochen.
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