Blitzer-Report 2017

Hier werden die meisten Raser und Rotsünder ertappt

2018 und 2019 sollen je zehn neue Blitzer installiert werden.

Gerhard Lehrke
Lesezeit 3 Min
2018 und 2019 muss man sich noch mehr aufpassen.

2018 und 2019 muss man sich noch mehr aufpassen.

© imago/Günther Ortmann

Die  fast unsichtbar  blitzenden Infrarot-Messgeräte ("Schwarz-Blitzer") in beiden Richtungen des Tunnels liegen weit  an der Spitze aller 19 fest installierten Geschwindigkeits-Messanlagen, von denen allerdings zwei 2017 nicht  in Betrieb waren: An der Schloßstraße Ecke Wolfensteindamm wurde sie wegen wegen Vandalismus und weniger Regelverstößen 2016 außer Betrieb genommen, die Anlage Seestraße 91-93 kann nicht geeicht werden: Der Straßenbelag ist dafür zu schlecht.

  Zusammen haben sie 227 552 Raser ertappt. Das erklärte die Senatsinnenverwaltung auf Anfrage des Grünen-Abgeordneten Harald Moritz.

Auf Platz 2 liegt der Blitzer in der Steglitzer Schildhornstraße, der in der 30er-Zone 26 722 Mal zuschlug. Kaum beschäftigt war der Automat am Theodor-Heuss-Platz, an dem  nur zwei Raser in die Falle gingen.

Die Blitzer lohnen sich für Berlin

Umso erfolgreicher war dieses Gerät beim Fotografieren von Autos, die bei Rot fahren: Mit 2782 Fällen lag es auf Platz 4 der Hitliste. 17 Geräte sind stadtweit fest installiert, die ermitteln, wer bei „Kirschgelb“ weiterfährt. In  46.954 Fällen bekamen Autofahrer   Bußgeldbescheide. Der größte Anteil stammte von der „Rotlichtüberwachungsanlage“ Großer Stern /Altonaer Straße: 13.601 Autofahrer hielten hier die  rote Ampel nur für eine Empfehlung.

Insgesamt steigt die Zahl der Rotlicht-Verstöße dramatisch: Registrierte die Polizei von Januar bis November 2016 noch 49.388, waren es im Vergleichszeitraum 2017 schon 64.410. Resultierten daraus in den ersten elf Monaten 2016 noch 1301 Unfälle, waren es im Jahr darauf in der entsprechenden Zeit 1367.

Die Blitzer gegen Raser und Rot-Fahrer lohnten sich für Berlin finanziell: Kostete ihr Betrieb im vergangenen Jahr exakt 128. 565,35 Euro, brachten die Geschwindigkeitsüberschreitungen 3.883.809 Euro an Buß- und Verwarnungsgeldern ein. Rotfahrer mussten 4.227.914,73 Euro abdrücken.

2018 und 2019 gibt es jeweils zehn neue Blitzer

Die Gesamtzahlen, wie viele Raser und Rotsünder 2017 insgesamt erwischt wurden, liegen erst im März vor. Moritz schließt aber aus den Werten der vergangenen Jahre, dass auch diesmal der Löwenanteil zumindest bei den Rot-Verstößen von den stationären Anlagen zurückgeht. Die Polizei habe nicht die Kapazitäten, an allen Ampelkreuzungen aufzupassen. Deshalb müssten mehr fest installierte Blitzer her.

Der Senat hat jedenfalls das Geld, in diesem und im nächsten Jahr jeweils zehn neue Blitzgeräte aufstellen zu lassen, was jeweils über 100.000 Euro kostet. Wo 2018 Anlagen errichtet werden, steht allerdings noch nicht fest.

Die Gesamtzahlen der Rotlichtverstöße und die Gründe für die Stilllegung zweier Blitzer waren in der ersten Version dieses Artikels nicht enthalten, die Polizei konnte Zahlen und Gründe erst später nachliefern.

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