Damit die Eisernen die neuen Vorgaben der DFL umsetzen können und für die Zukunft – schon jetzt platzt das Stadion mit durchschnittlich 20859 Besuchern regelmäßig aus allen Nähten – gerüstet sind. Der KURIER schaut voraus, blickt durchs Schlüsselloch und sagt, welche Fragen noch offen sind.
Zwischen 32.000 bis 35.000 Plätze
22.012 Plätze beherbergt Unions Heimstätte bislang. Davon 3617 Sitzplätze. Zu wenig nach den neuen DFL-Vorgaben. 8000 müssen es sein. Womit eines klar ist – diese zusätzlichen 4383 Plätze können nicht allein in den Sektoren vier und fünf (Wuhleseite und Gästeblock) entstehen.
Bislang beträgt das Steh-zu-Sitzplatz-Verhältnis 5,1:1.
Wenn der Charakter des Stadions beibehalten werden sollte, würde das einer 48.000-Mann-Arena entsprechen. Das wäre am Bedarf weit vorbei. Zwischen 32.000 bis 35.000 Personen soll das neue Schmuckstück fassen können. Was auf einen Faktor 4 bzw. 4,375 hinauslaufen würde. Das ist anders, bleibt aber speziell.
Bald noch voller: Die Alte Försterei von Union Berlin!
© imago/Contrast
Das immer wieder ins Spiel gebrachte Zubauen der Ecken soll in dem Modell keine Rolle spielen. Es sei zu teuer und viel zu uneffektiv. Grundsätzlich soll der Ausbau bei laufendem Spielbetrieb stattfinden. Womit die Bauzeit kaum in zwölf bis 15 Monaten zu bewerkstelligen ist wie 2008/09 bei der Sanierung der Traversen.
Grundsätzlich soll alles höher und wahrscheinlich auch steiler werden. Das liefe auf eine Dachanhebung hinaus. Auf der Gegengeraden wäre auch Platz für zusätzliche Logen und Sitzplätze. Diese würden dann entlang des Spielfeldes oben drüber thronen. Wer ein Bild braucht, sollte sich an der Gegengeraden des Hamburger Millerntors orientieren.
Eine kleine Dortmunder Wand
Der immer mal diskutierte Umzug von der Wald- auf die Wuhleseite, weil dort mehr Raum hinter den Wällen ist, scheint vom Tisch. Schließlich beschäftigten sich Teile der Ultras schon mit dem Fanhaus.
Das wird wohl nicht mehr auf dem Lidl-Grundstück hinter der Shell-Tankstelle angesiedelt, sondern auf der Forstseite westlich des Stadions. Dort wird dann – zur Freude der Anhängerschaft – eine reine Stehplatztribüne das Schmuckstück der Alten Försterei bilden. Quasi eine kleine Dortmunder Wand. Nur in Rot, versteht sich.
Hoffnung auf bessere S-Bahn-Taktung
Auch die Verkehrsinfrastruktur spielt eine Rolle. Eine von den Grünen an den Senat gestellte Anfrage – liegt dem KURIER vor – zeigt aber, dass das Land Berlin Union da kaum unter die Arme greifen wird.
Zwei Drittel des Besucherstroms kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Verbesserung ist da kaum in Sicht. Mit der Fertigstellung des Ostkreuzes erhofft sich der Senat eine deutlich bessere S-Bahn-Taktung bei der S3 nach Köpenick an Spieltagen.
Ein Banner heisst die Besucher in der Alten Försterei willkommen.
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Es sollen zudem Voll- und Verstärkerzüge an Spieltagen rollen und nicht mehr nur Halbzüge wie sonst am Wochenende. Die Ost-Tangente – auch TVO genannt – befindet sich gefühlt seit der Gründung des Kaiserreiches im Planfeststellungsverfahren.
Im ersten Bauabschnitt soll es von der „Straße An der Wuhlheide“ zwischen Wald und Sportkomplex an der Försterei entlanggehen und mit einer neuen Querung der Bahnanlagen im Bereich der Hämmerlingstraße und dann weiter über die Straße „Am Bahndamm“ bis zum Knoten mit der „Mahlsdorfer Straße“ führen.
Keine Kombitickets der BVG
Frühestens ab 2019 kommt da Bewegung rein. Eine bessere Tram-Anbindung mit entsprechender Taktung ist zudem davon abhängig, ob an der Haltestelle Alte Försterei sogenannte Aufstellgleise entstehen können.
Versuche der BVG, Union zu Kombitickets zu bewegen, wurden abgelehnt, um die Preise stabil halten zu können. Doch was der Spaß Union nun wirklich kosten wird, darauf gibt es frühestens am Dienstag Antworten.
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