Blaulicht, Martinshorn und Funk fallen aus

Die Angst der Polizisten vor ihrem Streifenwagen

Peinlich: Bei 24 von 98 Fahrzeugen fiel auf Einsatzfahrten plötzlich die Technik aus.

ALEXANDER SCHMALZ
Lesezeit 2 Min
Die neue Software in den 98 Opel-Modellen der Berliner Polizei (Baujahr 2014) legte reihenweise die Martinshörner und Funkgeräte lahm.

Die neue Software in den 98 Opel-Modellen der Berliner Polizei (Baujahr 2014) legte reihenweise die Martinshörner und Funkgeräte lahm.

© Opel Lizenz

Die ewig gebeulte Berliner Polizei. Zu wenig Personal für zu viele Einsätze. Zu wenig Ausgleich bei immer mehr Überstunden. Und nun auch noch das! Eines ihrer wichtigsten Arbeitsmittel, die Streifenwagen, funktionieren nicht richtig, fallen sogar mitten im Einsatz aus.

Computergesteuertes Martinshorn und moderne digitale Funkgeräte. Alles neu bei der Berliner Polizei, aber längst nicht besser. Nach KURIER-Informationen fielen in den vergangenen Monaten die Sondersignale und Funkgeräte 24 Mal aus, als Polizisten zu Einsätzen alarmiert wurden. Betroffen sind Streifenwagen der Marke Opel Zafira, Baujahr 2014, von denen die Behörde 98 Stück gekauft hat, räumte die Polizei jetzt ein.

Der Grund: Durch ein Update der Computersoftware in den Wagen sollte Strom und somit Kraftstoff gespart werden. Dies führte jedoch dazu, dass die Zusatzbatterie nicht mehr geladen wird, die Funkgerät und Martinshorn versorgt. Dabei ist diese Batterie nötig, weil Funkgerät und Signalanlage besonders viel Strom verbrauchen.

Zwar arbeite die Behörde und die Firma Opel mittlerweile an einer Lösung des Problems, aber dann tauchte jetzt ein Sicherheitshinweis an alle 37 örtlichen Polizeiabschnitte auf. Darin heißt es: „Für die Zwischenzeit wird ausschließlich für die nachfolgenden potenziell betroffenen Fahrzeuge die Empfehlung gegeben, im Fahrbetrieb dauerhafte Zusatzverbraucher (Abblendlicht, Klimaanlage etc.) in Betrieb zu nehmen, um das Energiemanagement ,zu überlisten’.“

Zudem sollten die Beamten vor Fahrtantritt ihr Auto auf Fehler überprüfen. Heißt: Bei all dem Stress nach einer Alarmierung sollten die Beamten zusätzlich bestimmte LED-Lampen genau kontrollieren. Diese Empfehlungen wurden jetzt angeblich zurückgenommen. Doch auch die technische Lösung des Problems steht noch aus.

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