Berlin - Zwischen Himmel und Hölle liegen elf Meter. Genau elf Meter, mit denen Derby-Held Torsten Mattuschka sein Denkmal hätte vergolden können. Doch diesmal hatte der Fußballgott kein Einsehen mit Tusche. Weil der Kapitän der Eisernen drei Minuten vor dem Ende einen Strafstoß in den Nachthimmel semmelte, trennten sich der 1. FC Union und Osnabrück nach einem an Dramatik kaum zu überbietenden Spiel mit 3:3 (0:1).Und doch nahm das keiner der 14 078 Besucher im Stadion an der Alten Försterei Tusche irgendwie übel. Der gut gefüllte Gästeblock sowie so nicht, sonst hätten sie nach einer 2:0-Führung durch Nickenig (33.) und Tyrala (49.) unversehens mit leeren Händen dagestanden.Und die Rot-Weißen auch nicht. Minutenlang sangen sie nach dem Abpfiff noch das Torsten-Mattuschka-Lied. Als Trost. Als Aufmunterung. Eben jene Töne, mit denen sie in den Sekunden vorm verschossenen Elfer schon - etwas voreilig - den dramatischen Schlusspunkt der Partie zu zelebrieren begannen.Dass es überhaupt noch dazu kam, verdankten die Köpenicker - nach gewohnt schlechtem Beginn - einem Doppelschlag binnen 78 Sekunden. Erst platzierte Christian Stuff nach einer Ecke einen Kopfball unhaltbar für Osnabrücks Keeper Berbig im langen Eck (62.). Dann schoss Santi Kolk auf Zuspiel von Dominik Peitz zum Ausgleich ein (63.).Abseitsverdächtig hin oder her, vom eigenen Wende-Schwung mitgerissen und dem Hexenkessel angetrieben, setzte der eingewechselte Chinedu Ede noch einen drauf. Sein Führungstreffer zum 3:2 (72.) ließ die Alte Försterei erbeben.Dass dem bis dahin blitzsauber fightenden Daniel Göhlert auf dem rutschigen Boden ein katastrophaler Schnitzer unterlief, der von Adler zum Ausgleich genutzt wurde (78.), hätte allein schon Stoff für ein antikes Drama geliefert. Dafür sorgten dann der Lattentreffer von Stuff (aus 16 m mit seinem schwächeren linken Fuß) und eben Mattuschka. Elf Meter, die den Derbyheld wieder zum normalen Fußballgott werden ließen. Auch Götter stürzen manchmal eben in die Hölle ...------------------------------
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