Birgit Eichner und ihr Sohn Jan leiden beide unter Knochenschwund

"Bei einer Umarmung brach eine Rippe"

BK
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Jahrelang litt Birgit Eichner unter Rückenschmerzen. Doch an Osteoporose hatte sie nicht gedacht. "Vielmehr vermutete ich einen Bandscheibenschaden", erzählt die 63-Jährige.Eine routinemäßige Knochendichtemessung 1998 klärte die Wertheimerin auf: "Sie müssen aufpassen", warnte der Arzt. Birgit Eichner achtete fortan auf ihre Ernährung, baute mehr kalziumreiche Kost in ihren Speiseplan ein. Und doch: Zwei Jahre später machte es plötzlich "knack" und der Sekretärin schoss ein stechender Schmerz in den Rücken: "Beim Umdrehen auf dem Bürostuhl war mir ein Wirbel gebrochen", erinnert sie sich.Die Untersuchungen nach dem Vorfall bringen eine weitere, ältere Verletzung am Skelett ans Licht. Eine Rippe war dort ebenfalls schon einmal gebrochen - viel früher: "Damals hatte ich nur eine Freundin umarmt und plötzlich einen heftigen Schmerz verspürt. Ich hatte das aber nicht weiter ernst genommen." Doch die Krankheit fordert ein weiteres Tribut. Ein zweiter Rückenwirbel bricht: "Morgens im Bad, als ich mich über das Waschbe-cken beugte."Es sind diese ganz harmlosen und alltäglichen Bewegungen, die die Knochen von Osteoporose-Erkrankten bersten lassen und die für Betroffene oft so wenig einschätzbar sind. Und auch Angst machen vor dem nächsten Bruch? "Davon sollte man sich besser nicht leiten lassen", rät Birgit Eichner: "Ich denke da einfach nicht drüber nach. Mein Lebensmotto heißt: Kopf hoch!"Ihre Erfahrungen im Umgang mit ihrem Leiden hat sich Birgit Eichner zum Lebensinhalt gemacht. Sie hilft anderen Betroffenen, ist als Präsidentin der Bundesselbsthilfeverbands für Osteoporose, einem Verein mit bundesweit etwa 300 Selbsthilfegruppen, ca. 17 000 ehrenamtlichen Mitgliedern und 11 Landesverbänden (www.oste oporose-deutschland.de) auch Ansprechpartnerin für behandelnde Ärzte, Therapeuten und Wissenschaftler. Der Verein hat auch an den Leitlinien zur Behandlung gemeinsam mit dem Dachverband Osteologie (DVO) mitgearbeitet, aber Birgit Eichner engagiert sich auch für ihren Sohn. Denn Jan Eichner (41) leidet unter der familiären Vorbelastung und hat - wie er sagt - eine Vorstufe der Osteoporose.Jan Eichner war neun Jahre lang Soldat, stark, sportlich und gesund, ohne jede körperliche Einschränkung. Als er vor drei Jahren den Rollstuhl seines Freundes hochheben wollte, brach aus heiterem Himmel eine Rippe. Die folgende Untersuchung ergab: Seine Knochendichte lag 50 Prozent unter dem Normalwert - und das mit 38 Jahren! Eine Mittelfußfraktur hatte er auch schon einmal gehabt, zeigten die Röntgenaufnahmen. Die hatte er aber gar nicht richtig wahrgenommen. "Die Diagnose war ein Schock, ich fiel in ein tiefes, dunkles Loch", erinnert sich Jan Eichner: "Ich brauchte schon ein Jahr, bis ich meine Krankheit akzeptieren konnte."Viel Unterstützung erfuhr der Krankenpfleger von seiner Familie, aber auch von den Kollegen und seinem Vorgesetzten. Er wechselte auf die endoskopische Station, dorthin, wo er nicht mehr so viel heben und tragen muss. Jan Eichner nimmt Medikamente, um ein weiteres Fortschreiten der Krankheit zu stoppen. Er versucht aber auch, körperlich in Bewegung zu bleiben. "Ich jogge, aber nicht mehr im Winter. Die Gefahr zu stürzen ist da einfach zu groß." Außerdem spielt er Tischtennis, geht viel spazieren und regelmäßig zum Schwimmen. Den Humor ließ sich Jan Eichner von seiner Krankheit nicht rauben: "Mit Fallschirmspringen brauche ich jetzt wohl nicht mehr anzufangen."------------------------------

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