In zunächst fünf deutschen Filialen werde man ab dem 1. September gebrauchte Möbel aus dem eigenen Sortiment an- und gleich auch wieder verkaufen, kündigte die Einrichtungs-Kette an. Getestet wird die Aktion in den Ikea-Häusern Berlin-Lichtenberg, Siegen, Kaarst, Hannover-Expo Park und Würzburg. Der Test ist zunächst auf einige Produktgruppen beschränkt.
Beitrag zum nachhaltigen Konsum
Und so funktioniert die „zweite Chance“ für Billy und Co.: Per Internet erhält der künftige Wiederverkäufer einen unverbindlichen Angebotspreis. Er muss dann mit dem aufgebauten Produkt im Markt erscheinen, wo es noch einmal begutachtet wird. Kommt der Deal zustande, gibt es einen Warengutschein im Wert von bis zu 50 Prozent des Neupreises, aber kein Bargeld. Die erworbenen Gebrauchtmöbel will Ikea dann in seinen „Fundgruben“ vermarkten. Dabei will die Einrichtungs-Kette nur Waren im „einwandfreien bis guten Zustand“ annehmen.
Ikea preist die „Zweite Chance“ als Beitrag zum nachhaltigen Konsum. Und der Naturschutzbund Deutschland setzt sich gleich in der Ikea-Pressemitteilung gegen die verbreitete Ex-und-Hopp-Mentalität ein. „Heute gehen viel zu viele ausrangierte Möbel in die Verbrennung“, beklagt darin Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Von einer längeren Nutzung der Möbel könne die Umwelt nur profitieren.
Aktion sorgt auch für Kritik
Greenpeace ist da nicht ganz so euphorisch und will erst abwarten, wo die gebrauchten Ikea-Möbel am Ende wirklich landen. „Die Gutscheinregelung zeigt, dass es nicht um die Ressourcen geht, sondern darum, den Konsum weiter anzukurbeln“, sagt Sprecherin Viola Wohlgemuth.
Auch für Handelsfachmann Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU steht eher die Absicht im Vordergrund, zusätzliche Kaufimpulse zu schaffen. „Sie wollen es ihren Kunden leicht machen, neue Möbel zu kaufen, indem man die alten problemlos zurücknimmt.“ Unter dem Strich werde sich die Strategie für das Unternehmen rechnen.
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