Erstmals seit vielen Jahren blieb die sogenannte revolutionäre 1. Mai-Demonstration in Berlin-Kreuzberg weitgehend ohne Gewaltausbrüche.
Hier putzt die BSR Kreuzberg blank
Ein BSR-"Räumschiff" in Aktion
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Diese Straße in Kreuzberg ist nach der großen Sause wieder fast blankgeputzt.
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Am Bethanien wartete am Morgen allerdings noch viel Arbeit auf die Saubermänner und -frauen.
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Auch hier am Oranienplatz stapelte sich noch der Müll.
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Auch die Zahl der Demonstranten sank. Laut Polizei kamen etwa 6000 Teilnehmer, im Vorjahr waren noch etwa 8000. Die Polizei sprach von deutlich weniger Straftaten als 2017. Es seien in diesem Jahr auch kaum Einsatzkräfte verletzt worden, so Slowik. rbb Inforadio berichtet von fünf verletzten Polizisten. Für Slowik war es der erste 1. Mai-Einsatz, die Juristin ist erst seit drei Wochen im Amt.
Die Zahl der Festnahmen stand noch nicht fest, sie liege aber im „unteren zweistelligen Bereich“, hieß es. Eine Bilanz sollte am Mittwoch gezogen werden. Polizeisprecher Winfrid Wenzel sagte der dpa, wahrscheinlich werde es erstmals keine Pressekonferenz dazu geben. „Unser Ziel war es immer, Normalität zu erreichen.“ Der 1. Mai 2018 sei dazu ein großer Schritt gewesen.
Fünf Autos in Brand
In der Nacht zum Mittwoch brannten fünf Autos und vier Müllcontainer. „Das ist für den 1. Mai sehr wenig“, sagte ein Mitarbeiter der Berliner Feuerwehrleitstelle am Morgen. Die Brände waren in der ganzen Stadt verteilt, zum Beispiel in Marzahn und Wittenau. Verletzt wurde niemand. Einen Zusammenhang mit den Demonstrationen des 1. Mai bestätigte die Polizei zunächst nicht. Unklar ist bislang auch, inwieweit es sich bei den Fällen um Brandstiftung handelte.
Strategie der Deeskalation
In der Vergangenheit war es immer wieder zu Ausschreitungen bei dem Protestzug linker und linksextremer Gruppen gekommen. Polizisten waren attackiert und mit Steinen oder Flaschen beworfen worden. Die Hauptstadt-Polizei hatte über Jahre versucht, mit einer Strategie der Deeskalation die Gewalt einzudämmen.
Bei dem Protest waren in diesem Jahr zwar wieder zahlreiche in Schwarz gekleidete und vermummte Demonstranten mitgelaufen. Es wurden nach dem Ende der Demonstration auch vereinzelt Flaschen in Richtung von Polizisten geworfen und Rauchbomben gezündet, es gab zudem Gerangel zwischen Einsatzkräften und Demonstranten. Doch größere Krawalle blieben aus.
Die Organisatoren gaben die Zahl der Demonstranten in einer Mitteilung mit mehr als 15 000 an. Der Widerstand gegen die kapitalistischen Verhältnisse werde nicht nur am 1. Mai, sondern an jedem Tag gezeigt, hieß es. Kritik an der Polizei wurde nicht geäußert.
Am Mai-Feiertag waren in der Hauptstadt insgesamt 5300 Polizisten im Einsatz, darunter auch Beamte aus anderen Bundesländern sowie von der Bundespolizei. 2017 waren bei Gewaltausbrüchen 38 Polizisten verletzt worden, es war bereits eine der niedrigsten Zahlen aller Jahre mit Ausschreitungen. 72 Randalierer waren festgenommen worden.
Bei den Straßenfesten „Myfest“ und „MaiGörli“ in Kreuzberg feierten Zehntausende bis zum späten Abend. Das erstmals organisierte „MaiGörli“ im Görlitzer Park war schon am Nachmittag wegen Überfüllung geschlossen worden. Sicher ist, dass die Stadtreinigung in Kreuzberg alle Hände voll zu tun hat, um die Berge von Müll und Batterien leerer Flaschen wegzuräumen. Die Wenigsten hielten sich an den getwitterten Wunsch der Polizei zu später Stunde: „Wenn jetzt noch alle ein bisschen Müll mitnehmen, dann sieht's schon fast wie neu aus.“ (dpa/BK)
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