Der Kader: Bei den Blau-Weißen wurde der Trainer ausgetauscht. Pal Dardai ging, Ante Covic kam. Bei der Mannschaft gab es trotz 125-Millionen-Finanzspritze (noch) nicht viele Änderungen. Verteidiger Dedryck Boyata (28, Celtic Glasgow), Mittelfeldspieler Eduard Löwen (22, 1. FC Nürnberg) und Perspektiv-Stürmer Daishawn Redan (18, FC Chelsea) sind bisher die einzigen Neuzugänge. Ein rechter Außenverteidiger soll auf alle Fälle noch für Valentino Lazaro (ging zu Inter Mailand) kommen. Vielleicht gibt es bis Anfang September zum dem Transferschluss noch einen Knaller – abwarten! Ansonsten vertraut man auf die alten, bewährten Kräfte. Doch Covic will offensiver spielen lassen.
Die Form: Das Team ist jetzt seit drei Wochen in der Vorbereitung. Vergangene Woche gab es die quälendsten Konditionseinheiten. Deswegen durften auch viele ältere Stammspieler wie Vedad Ibisevic beim Test in Aue pausieren und viele junge Spieler mussten mit müden Knochen und Köpfen ran. Das 1:4 war also keine Überraschung! Beim 1:1 in Bochum sah man die Spieler schon wieder etwas frischer und spritziger.
Die Stimmung der Fans: Abwartend und bestimmt nicht überschwänglich. Das blau-weiße Lager ist gespalten. Die einen trauern Dardai hinterher, weil der in den vergangenen viereinhalb Jahren für sorgenfreie Stabilität gesorgt hat, und beäugen die Arbeit von Covic skeptisch. Die anderen finden den Neustart klasse, aber wollen jetzt auch attraktiveren Fußball sehen. Trotz der neuen Millionen bleiben die Fans realistisch: Zur Champions League ist es noch ein sehr langer Weg. Priorität: Jetzt erst mal gut durch die Bundesliga kommen. Bloß keine Abstiegsängste.
Sorgen: Die Spielplaner der DFL haben sich nicht gerade als Berlin-Liebhaber geoutet. Zum Saisonstart muss Hertha in den ersten vier Spielen dreimal auswärts ran. Zuerst beim Rekordmeister Bayern. Doch wen stört es wirklich? Mit Berliner Trotz kann man eine nicht vorhandene Chance auch mal nutzen.
Noch 20 Tage bis zum Pokal-Spiel beim VfB Eichstätt: Ab Mittwoch folgt der Feinschliff im Trainingscamp in Österreich. Da müssen die Spieler zeigen, inwieweit sie das neue offensivere Spielsystem des Trainers angenommen haben. Da wird sich auch besonders in den Testspielen gegen Fenerbahce Istanbul und West Ham United zeigen, wer es in die Stammelf geschafft hat. Eines ist jetzt schon klar: Der serbische Ausnahmekönner Marko Grujic ist im Mittelfeld gesetzt.
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