Bewährungsstrafe, Führerscheinsperre

Der Raser vom Wedding

Knapp am Knast vorbei: Omar A. jagte mit 180 durch die Stadt, rammte Polizeiauto

BK
Lesezeit 2 Min
Hinter diesem Hefter versteckt sich ein Raser. Omar A. ist 31, aber ohne Job und fuhr den 7er BMW seines Bruders.

Hinter diesem Hefter versteckt sich ein Raser. Omar A. ist 31, aber ohne Job und fuhr den 7er BMW seines Bruders.

© Olaf Wagner

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AUTORMoabit Er rammte ein Polizeiauto, bretterte mit über 100 Sachen durch Wedding, mit 180 über die Stadtautobahn: Omar A. (31) lieferte sich eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei. Nun schrammte der Raser an Knast vorbei.

Mürrisch wirkte Omar A., als er vor den Richter trat. Hatte die Arme verschränkt und zeigte sich einsilbig. Einen Beruf hat er nicht, will eine „Weiterbildung“ beginnen – „Bereich Security“. Der 7er BMW, den er bei der Raserei steuerte? „Gehört meinem Bruder.“
Der 30. November. Gegen 1.25 Uhr in der Nacht wurden Polizisten auf den Wagen aufmerksam. Ein Beamter (39): „Er war wiederholt im Zusammenhang mit illegalen Auto-Rennen aufgefallen.“
Omar A. aber roch den Braten, fuhr zunächst kreuz und quer durch den Soldiner Kiez. Die Streife, die ihn im Visier hatte, alarmierte Verstärkung. Der verdächtige Wagen war schon zweimal einer Kontrolle entkommen. Polizist B: „Wir wollten ihn nun einkesseln.“
Ein Einsatzwagen hinten, der andere setzte sich vor den 7er BMW. Sie hatten ihn. Doch A. gab Gas. Polizist B.: „Er knallte mir in die Fahrerseite.“ Der Einsatzwagen außer Gefecht gesetzt, die beiden Insassen unter Schock, einer zudem mit Schleudertrauma.
Omar A. flüchtete mit Vollgas. Sein egoistisches Ziel: „Er wollte entkommen, weil er zuvor Kokain konsumiert hatte und seinen Führerschein nicht verlieren wollte.“ Doch den Crash habe er nicht absichtlich verursacht, erklärte der Verteidiger weiter: „Er konnte nicht mehr reagieren.“
Rücksichtslos raste er. Polizist H. (29): „Ein Fußgänger musste die Beine in die Hand nehmen, um von der Straße zu kommen.“ Immer mehr Polizeiwagen hinter dem Raser. Er donnerte auf die A100. Dort sorgte schließlich eine Hundertschaft für eine Sperre. Nach kurzer Flucht zu Fuß wurde A. endlich gefasst.
Der Richter: „Schuldig des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, der gefährlichen Körperverletzung, eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens.“ Hochgefährlich sei die Raserei gewesen. Zwei Jahre Haft auf Bewährung erhielt Omar A., zudem Führerscheinsperre für ein Jahr. Außerdem muss er an den Polizisten B. 2500 Euro Schmerzensgeld zahlen. KE 

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