Frisch bezogenes Bett, aufgefüllte Minibar, üppiges Frühstücksbuffet: Rund 16 Monate lebte Mario M. (55) in einem Hotel – für lau. Nun heißt es: Einchecken in den Knast.
Ein Hotel am BER kaufte Mario M. die Lügengeschichte ab
Es liefen 107.000 Euro in einem Flughafenhotel am BER auf. Mario M. mit Lebensgefährtin und zwei Kindern aber verdrückte sich – ohne einen Cent für zwei Zimmer mit Frühstück zu zahlen. Nun saß das Schwergewicht vor dem Amtsgericht in Berlin.
Den Kopf leicht gesenkt, die Hände gefaltet. Und wortreich – „meine Partnerin und ich sind mit ihren Kindern von Nordrhein-Westfalen nach Berlin gekommen, weil sie von ihrem Ex gestalkt wurde“. In einer schwierigen Situation seien sie gewesen und nicht zahlungsfähig. Sein Geständnis: „Ich habe im Hotel alle Register gezogen, die mir eingefallen sind, um Fragen zu verhindern. Man hat mir geglaubt.“
Ein Lügen-Gebäude. Beim Einchecken die Geschichte einer Erkrankung. Er habe Krebs, sei für eine Therapie an der Charité in Behandlung. Dazu sei er mit Familie angereist – „in einem Wohnwagen“. Doch seine mobile Unterkunft sei leider abgebrannt – „ich muss anderweitig unterkommen“. Die Kosten seien kein Problem – „übernimmt der ADAC, bei dem das Fahrzeug versichert war“.
Mario M. muss dreieinhalb Jahre ins Gefängnis
Der freundliche Gast traf offenbar den Nerv der Hotel-Mitarbeiter. Kam eine Frage, legte er nach: „Ich habe fingierte Mails geschrieben – darin war ich er ADAC“. Vom 1. April 2023 bis zum 10. August 2024 lagen sie dem Hotel auf der Tasche. Nun leben sie in einem Wohnheim.
Dabei will er einst Sozialpädagoge und dann ein toller Soldat der Bundeswehr gewesen sein – „42 Monate in Afghanistan gekämpft“. Sein Anwalt: „Ich befürchte, damals hat er psychischen Schaden genommen.“ Außerdem sei das Hotel nicht auf Zack gewesen – „man hat zugesehen, wie der Schaden wächst“.
Bereits Ende 2024 bekam der Betrüger wegen ähnlicher Taten eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung. Die Strafe wurde nun einbezogen. Die Richterin: „Seine Geschichten waren clever ausgedacht oder makaber – wie die mit dem Krebs.“ Urteil: Dreieinhalb Jahre Haft.
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