Mit dem Sommer kommt der Stau. Betroffen ist vor allem die Autobahn A 113 im Südosten Berlins. Sie ist nicht einmal zwölf Jahre alt, muss aber bereits saniert werden. Der Grund: Betonkrebs. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, sagte Projektleiter Henrik Vierarm von der Senatsverwaltung.
Betonkrebs ist eine chemische Reaktion, die Beton unaufhaltsam von innen zerstört. Schlaglöcher, Risse, Schlaglöcher sind die Symptome. Meist gibt es nur eine Therapie: Abriss und Neubau. Genau das geschieht im Sommer auf der A 113 im Südosten Berlins. Zwischen Johannisthaler Chaussee und Adlershof geht die Sanierung, die im vergangenen Jahr begonnen hatte, weiter. Vom 23. Juni bis 2. September wird der Verkehr auf jeweils einer Fahrbahn konzentriert.
Ausschreibung für die A 113
Noch bevor 2009 die Gewährleistung für die Autobahn ablief, wurden erste Risse entdeckt. In der DDR war Betonkrebs bekannt. Allerdings wurden die Erfahrungen in bundesweiten Regelwerken nicht ausreichend berücksichtigt, hieß es. So musste der Senat bei seiner Ausschreibung für die A 113 auch Angebote annehmen, die diese Gefahr nicht genug einkalkulierten. Immerhin: Das Teilstück Späthstraße – Adlershof ist in Berlin die einzige Straße mit Betonkrebs.
Sparen, bis es quietscht – das müssen die Autofahrer auf anderen Autobahnen ausbaden. Dort bekommen sie die Quittung für jahrelanges Knausern. „Wir haben einen Instandhaltungsrückstau, den wir beschleunigt abbauen wollen“, sagte die Senatorin. Vor kurzem bezifferte sie den Rückstand auf rund 1,3 Milliarden Euro.
Baustart 2022 oder 2023
Betroffen ist auch eine Brücke, die am Dreieck Funkturm von der A 100 auf die Avus führt. „Dort sollte nur ein Schlagloch beseitigt werden“, sagte Kathrin Fiedler vom Senat. Doch unterm Asphalt wurden Schäden entdeckt. Folge: Vom 24. Juli bis 3. September wird die Brücke saniert.
Gebaut wird weiter nördlich: auf der Rudolf-Wissell-Brücke, die über die Spree führt. Berlins längste Straßenbrücke (926 Meter) gilt seit Jahren als marode. Damit die Spannbetonbrücke im Verlauf der A 100 durchhält, wird 2017 und 2018 jeweils im Sommer die Fahrbahn saniert – zunächst die nach Norden. Vom 12. Juli bis 3. September bleiben pro Richtung zwei Spuren.
Die Brücke, auf der täglich 180.000 Fahrzeuge unterwegs sind, ist „unser Sorgenkind“, sagte Andreas Irngartinger von der Gesellschaft Deges. Sie muss neu gebaut werden – im Senat rechnet man mit einem Baustart 2022 oder 2023. Doch zunächst wird der Pankow-Zubringer zur Großbaustelle. Auf der A 114 im Nordosten starten die Arbeiten Anfang 2018 – etwas verzögert, weil der Grundstückserwerb länger dauerte.
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