Welche Botschaft steckt dahinter?
Michael Müllers Integrationsplakat: Die Frau könnte Migrantin sein – oder eine Cabrio-Fahrerin ...
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Was mag das bedeuten? Die Botschaft ist verrätselt, kaum jemand will sich darüber Gedanken machen
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FDP-Spitzenmann Sebastian Czaja: Das versteht keiner, meint Werbemann Matthias Giese.
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Grobe Satire von „DiePartei“: Eine Parole, die mit einer Doppeldeutigkeit spielt.
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„Berliner Bühne – widerständig bleiben“ fordert die Linke weiß auf rot vor einem Foto-Ausschnitt der Volksbühne. Wer nicht weiß, dass es in diesem Theater Widerstand gegen den künftigen Intendanten gibt, versteht nur Bahnhof.
„Freilandhaltung auch für Großstadtmenschen“ fordern die Grünen. Hört sich gut an, aber sind Menschen Hühner? Und was hat das mit der großen Koalition zu tun, die man abwählen solle?
Der KURIER fragte Matthias Giese um einen Blick von außen auf Berlins Plakate. Der Werbefachmann aus dem Ruhrgebiet: „Solche Plakate verstoßen gegen KISS – eine Abkürzung, die in jeder Werbeagentur hängt.“ KISS bedeutet: „Keep it simple, stupid!“ Auf deutsch: Mach es einfach, Dummkopf.
Vielleicht stecke hinter solchen Sprüchen der Gedanke, dass die Wähler bei der Partei nachfragen werden, was sie bedeuten: „Tun sie aber nicht.“ Die AfD mache es mit ihren einfachen Botschaften besser.
Wahlplakate sind für Giese im Kern nicht für die Wähler, sondern die Parteigänger da. Die könnten fragen: „Macht ihr denn gar nichts?“, falls es keine gibt.
Der Werbe-Mann vermisst Wahrhaftigkeit bei den Plakaten: „Keiner will mehr Saubermann-Gesichter wie Frank Henkel sehen, deren Zähne mit Foto-Shop nachgearbeitet sind.“ Roland Koch, einstmals CDU-Ministerpräsident von Hessen, habe sich dagegen im Pullover im Schneeregen abbilden lassen. Botschaft: „Ein echter Mensch.“
Das Plakat mit dem (unscharfen) Michael Müller, der auf einer Rolltreppe einer Frau mit Kopftuch entgegenfährt, hält Matthias Giese für verklemmt. „Es sagt nichts, weil es niemandem wehtut.“ Müller traue sich nicht, etwas Klares zu Migration auszudrücken – und mache sich damit unangreifbar, „und man hat was zu dem Thema getan. Abgehakt, nächstes Thema.“ Das Plakat werfe nicht einmal ein gutes Licht auf die Integration: „Zwei Menschen auf zwei Rolltreppen fahren aneinander vorbei ...“
Schmerzhafte Angriffe auf den politischen Gegner fehlten. Die britischen Konservativen hätten vor Jahrzehnten mal eine Arbeitsamts-Schlange gezeigt – mit dem Spruch „Labour doesn’t work“. Ein Wortspiel zulasten der Labour-Party, deren Politik nicht funktioniere.
n Anlehnung an den Automagnaten Henry Ford („Die Hälfte meiner Reklamekosten ist aus dem Fenster geworfenes Geld, ich weiß nur nicht, welche Hälfte“) meint Giese, dass 90 Prozent der Ausgaben für Wahlplakate nichts bringen. man kämen aber nicht um sie rum: Im Gegensatz zu Radioreklame haben zum Beispiel Autofahrer keine Chance, sie zu meiden – sie können nicht die Augen schließen.
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