Berlins härtester Richter

Erlaubt endlich das Kiffen

Intensivtäter zittern vor Andreas Müller. Doch jetzt wirbt er für die Legalisierung von Cannabis

Mike Wilms
Lesezeit 2 Min
Richter Andreas Müller hat ein Buch über Cannabis geschrieben.

Richter Andreas Müller hat ein Buch über Cannabis geschrieben.

© Bredehorst/Polaris/laif Lizenz

Eine Begegnung mit Richter Müller vergisst man nicht: Eine Nazi-Braut verdonnerte er dazu, mit jungen Türken Döner zu essen. Rechte Schläger schickte er erst in den Knast – und verbot ihnen dann das Tragen von Springerstiefeln in der Öffentlichkeit. Müller, der seit seiner Berliner Referendarzeit überwiegend in Bernau richtet, ist auch aus TV-Talkshows als Klartext-Redner bekannt. Jetzt sagt er, dass die juristische Verfolgung von Kiffern mehr schadet als nutzt.

Konkret: „Rechtliche Härte hat nicht dazu geführt, dass bei uns weniger gekifft wird. Im Gegenteil: Cannabis ist die am meisten verbreitete illegale Droge.“ Jedes Jahr gibt es in Deutschland rund 150.000 Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Jugendrichter Müller sieht die Folgen kritisch: Jungkiffer werden zu „Opfern“ des Rechtssystems, obwohl Alkohol viel riskanter als Cannabis ist. Zudem gehen Millionen Euro an Steuergeld dafür drauf, dass sich Polizei, Staatsanwälte und Richter mit Kiffern befassen – statt mit Gewaltdelikten.

Hart urteilt Müller über die Null-Toleranz-Strategie des Senats am Drogen-Umschlagplatz Görli. Das rigorose Durchgreifen gegen den Besitz von Mini-Mengen sei ein Uralt-Konzept, das schon früher nicht aufgegangen sei. Das erlebte Müller auch in seiner Zeit als Anwohner der Hasenheide.

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Dem KURIER sagte er: „Es wurde munter gedealt, die Polizei ging rein und zog ein paar Dealer raus, und kurze Zeit später war alles wieder wie vorher. Null Ergebnis statt null Toleranz.“ Die verantwortlichen Politiker nennt Andreas Müller nur die „Herren von der CDU“.

Der Jurist kennt sich mit Cannabis aus. Er gibt zu, als junger Erwachsener schon selbst gekifft zu haben. Aber als Richter kann er sich den Genuss nicht erlauben. Zumindest bis er legalisiert ist, wird das auch so bleiben. MOW

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