Johanna (20) hört Katharina Thalbach als Käthe Kollwitz zu, die am heutigen Kollwitzplatz wohnte. Ihr Mann war Arzt, sie widmete sich der Kunst, ihren Kindern. Das Haus wurde 1943 zerbombt.
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Katharina Thalbach spricht Käthe Kollwitz.
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Marina (20) und Colin (22) lauschen „Gauls Löwe“, gesprochen von James-Bond-Stimme Dietmar Wunder. Der Löwe lobt seinen Schöpfer August Gaul, der vorm Kaiser türmte.
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Dietmar Wunder leiht auch James Bond seine Stimme .
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Eine Touristengruppe aus der Schweiz und Österreich hört Sandra Maischberger als Lise Meitner zu – der wissbegierigen Physikerin, die sich in der Männerwelt der Forscher durchsetzte.speak2.co/meitner
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Eine Touristengruppe aus der Schweiz und Österreich hört Sandra Maischberger als Lise Meitner zu – der wissbegierigen Physikerin, die sich in der Männerwelt der Forscher durchsetzte.
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Sandra Maischberger spricht Lise Meitner.
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Walter Plathe intoniert Heinrich Zille.
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Auch das Denkmal von Heinrich Zille spricht - mit der Stimme von Walter Plathe.
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Walter Plathe intoniert Heinrich Zille.
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Friedrich Engels steht neben Karl Marx, der mal wieder seine Rechnung nicht bezahlt hat und nicht anrufen kann. Gregor Gysi spricht Engels, den man auf dem Handy hören kann.
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Oder Friedrich Engels, dessen Urne ja schon seit 120 Jahren im Ärmelkanal ruht, und der sich haargenau wie Gregor Gysi anhört.
Aber in Berlin ist irgendwie alles möglich – hier sprechen sogar die Denkmäler und Skulpturen. Die KURIER-Leser haben die Chance, das nächste sprechende Denkmal auszusuchen – und wer ihm seine Stimme leihen soll.
Talking Statues“ heißt das Vorhaben, das bislang nicht so richtig aufgefallen ist. Fünf Kunstwerke – vier in Mitte und eines in Prenzlauer Berg – rufen ihre Besucher an, schildern mit Promi-Stimmen gute fünf Minuten lang ihr Leben, aufgeschrieben von der Schriftstellerin Nadja Klinger.
Das funktioniert über Smartphones: Entweder scannt man einen QR-Code, der auf einem Schild in der Nähe der Statue steht, oder gibt in den Browser eine dort ebenfalls angegebene Adresse ein. Nach dem Druck auf eine Zustimmungs-Taste klingelt das Handy, und die Statue ist dran.
Die Schauspielerin Katharina Thalbach spricht für das Denkmal der sozialkritischen Künstlerin Käthe Kollwitz (1867-1945) auf dem Kollwitzplatz. Sie hat nicht viel Gutes zu erzählen – Sohn und Enkel beispielsweise – beide Peter mit Namen – sind in den Weltkriegen gefallen.
Friedrich Engels (1820-1895), der neben Karl Marx auf dem Marx-Engels-Forum steht, wird von Gregor Gysi intoniert – und deutlich lustiger: „Ich soll Sie von Karl Marx grüßen, er kann nicht anrufen. Er hat seine Telefonrechnung nicht bezahlt.“
Danach schildert er Marxens ständige Geldnot: „Er hat das Leben nicht gemeistert, aber er hat es durchschaut.“
„Gauls Löwe“ vor der Alten Nationalgalerie knurrt „Roaar“ – mit der James-Bond-Stimme von Dietmar Wunder. Er erzählt über den Bildhauer August Gaul (1869-1921), der jeden Tag drei Stunden lang im Zoo Tiere skizzierte und ein schüchterner Mann war: Als Kaiser Wilhelm II. in seinem Atelier erschien, verdrückte sich Gaul durch die Hintertür. Majestät verschwand gekränkt, Gaul kam zurück und fragte seinen Gipsformer: „Ist der Olle fort?“
Sandra Maischberger ist die Atom-Physikerin Lise Meitner (1878-1969) aus dem Ehrenhof der Humboldt-Uni. Sie schildert die Schwierigkeiten, zu ihrer Zeit als Frau Naturwissenschaftlerin zu werden und zu sein.
1907, als sie aus Wien an die Berliner kam, um bei Max Planck weiter zu lernen, ließ er sie nicht in seine Vorlesungen: „Sie haben doch schon einen Doktortitel, was wollen Sie noch?“ Da schlich sich die spätere Mitentdeckerin der Kernspaltung in den Hohlraum unter den Sitzbänken im Hörsaal ...
Schließlich: Wer sonst als Walter Plathe sollte „Pinsel-Heinrich“ Zille (1858-1929) die Stimme leihen? Dessen Bildnis steht im Nikolaiviertel und beklagt sich in astreinem Berlinerisch: „Man hat mich aus einem Block französischen Kalkstein jehaun. Vermutlich hatte der Stein meine korpulente Statur, ick aber bin viel dünner jeraten als ick wirklich war. Dit schmeichelt mir.“
Nicht wegen der Eitelkeit, sondern weil der Fotograf und Zeichner sich immer den Armen und Elenden gewidmet hatte, die so ausgemergelt waren wie sein Standbild. Auch sein berühmtester Satz über die Not in Berlin kommt vor: „Man kann mit ner Wohnung einen Menschen jenau so jut töten wie mit ner Axt.“ (speak2.co/zille)
Das Projekt der sprechenden Statuen soll mit fünf Orten nicht enden – und die KURIER-Leser sollen sich bei der Auswahl beteiligen. Welche Figur aus dem Berliner Straßenland soll noch bei ihren Bewundern anrufen – und wer für sie sprechen?
Man könnte zum Beispiel wegen der ähnlichen Statur darauf kommen, dass Axel Prahl den Großen Kurfürsten (1620-1688) vorm Schloss Charlottenburg darstellt. Über die Schlacht von Fehrbellin und seine Potenz – 13 Kinder von zwei Frauen ...
Schicken Sie Ihre Vorschläge – gern mit Begründung – an: hallo@talking-statues-berlin.de oder an Kulturprojekte Berlin, Klosterstraße 68, 10179 Berlin, Stichwort: „Talking Statues“.
Die besten Vorschläge werden im KURIER präsentiert – und über den (oder die) Sieger entscheiden die KURIER-Leser in einem Online-Voting. GL
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