Zusammen mit anderen Aktivisten soll die Berlinerin Migranten bei der illegalen Einreise nach Griechenland geholfen haben.
UN-Sonderbotschafterin für Flüchtlinge
Sarah Mardini weiß, wie es sich anfühlt, um ihr Leben zu schwimmen. Die 23-Jährige war im Jahr 2015 zusammen mit ihrer Schwester Jusra vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen. In einem Schlauchboot mit 18 Flüchtlingen versuchten sie, zur griechischen Insel Lesbos zu gelangen. Als das Boot eine Panne hatte, schwammen die Mardini-Schwestern stundenlang, zogen es dabei an einem Seil hinter sich her und retteten so Leben. Die Leistungssportlerinnen ließen sich in Deutschland nieder, Sara Mardini lebt heute als Stipendiatin des Bard Colleges in Berlin, studiert Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
Sie wurden 2016 als „stille Helden“ mit dem Bambi ausgezeichnet.
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Sie sei „zutiefst idealistisch“ und in der Flüchtlingshilfe engagiert, „das ist ihre Motivation“, sagt der Direktor der Hochschule, Florian Becker. Vor zwei Jahren nahmen Sarah und Jusra in einer Flüchtlings-Mannschaft an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teil. Jusra wurde zur UN-Sonderbotschafterin für Flüchtlinge ernannt.
Unschuldig in Untersuchungshaft?
Doch Mardinis Engagement für Flüchtlinge ist aus Sicht der griechischen Behörden illegal.
Bei der Flüchtlingshilfsorganisation ERCI soll sie mit organisierten Schleppern zusammengearbeitet und Migranten auf Lesbos empfangen haben, die von der türkischen Küste kamen, ohne die Behörden zu informieren. Zudem hätten die Aktivisten den Funkverkehr der griechischen Küstenwache und der EU-Grenzschutzagentur Frontex abgehört.
Die Verdächtigen weisen die Vorwürfe zurück. Mardini war ihrem Anwalt Haris Petsikos zufolge während mehrerer Taten, die ihr zur Last gelegt werden, gar nicht in Griechenland. Petsikos beantragte die vorläufige Freilassung der 23-Jährigen aus dem Athener Korydallos-Gefängnis, wo sie ich in Untersuchungshaft befindet.
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