Berliner Timo Gottschalk dominiert mit Nasser Al-Attijah bei der Dakar

Rallye-Sieg auf Sand gebaut

Oliver Reuter
Lesezeit 2 Min

San Juan - Dieser Berliner muss für seinen Job wirklich Gottvertrauen mitbringen. Und da ist egal, ob man Christ, Buddhist oder wie sein Fahrer Nasser Al-Attijah (40) Moslem ist. Aber die Höllenfahrt von Co-Pilot Timo Gottschalk (36) bei der Rallye Dakar wird heute im VW Touareg himmlisch enden."Nasser ist die steile Abfahrt nach Iquique mit Tempo 220 runtergeballert, da hilft nur noch beten", erinnert sich Gottschalk an die schlimmsten Minuten in Chile. Aber er lächelt dabei. Schließlich kennt er seinen Höllenreiter aus Katar ja schon etwas länger.Al-Attijah ist ein wilder Hund, immer näher am Limit als die Konkurrenz, aber damit dennoch mega-erfolgreich. Fast eine Stunde Vorsprung vor den beiden letzten Etappen in Argentinien - den Sieg können sich Gottschalk/ Al-Attijah wohl nur noch selbst streitig machen. Das Duo fuhr zuvor in vier Marathon-Rallye-Einsätzen drei zweite Plätze heraus."Aber Zweiter zu werden, ist nie das Ziel eines Motorsportlers", sagt der Profi-Co-Pilot, der nach dem Job als Werkstattleiter einer Motorsport-Firma und dem Fahrzeugtechnik-Studium sein Hobby zum Beruf machte.Er als Navigator hat am Höllentempo natürlich einen Riesen-Anteil - und für das Extraquäntchen Speed beschwört Gottschalk sogar höhere Mächte. "Ein Kameramann hat im Sand ein Hufeisen gefunden und es mir gegeben. Ich habe aber erst Nasser gefragt, ob wir es mitnehmen dürfen, denn das ist ja zusätzlicher Ballast."Gottschalk (er zog vor kurzem mit Freundin und deren beiden Kindern ins brandenburgische Rheinsberg) wäre der dritte deutsche Co-Pilot als Dakar-Sieger nach Andy Schulz (mit Jutta Kleinschmidt 2001 und Hiroshi Masuoka 2003) und Dirk von Zitzewitz (2009 mit Giniel de Villiers).------------------------------

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